Was sollen die Leute denken?

You can be the ripest, juiciest peach in the world, and there’s still going to be somebody who hates peaches.
Dita Von Teese

Leute

Egal, wie sehr du dich anbiederst. Egal, wie perfekt du bist. Irgendwer wird dich nicht mögen. Irgendwer wird schlecht über dich urteilen. Dein Aussehen nicht mögen. Deine Ideen nicht verstehen.

Ist das nicht furchtbar?

Nein. Überhaupt nicht. Sogar ganz im Gegenteil.
Wenn man es eh niemals allen Recht machen kann, dann kann man sich das Theater doch von vornherein schenken.
Man kann komplett aufhören, sich zu fragen „Was die Leute wohl von mir denken?“ und einfach sein Ding machen.
Einige werden das nämlich ganz sicher doof finden. Einige werden neidisch sein und akribisch nach Fehlern suchen. Viele wird es einfach überhaupt nicht kümmern. Und ein paar Leute werden es großartig finden.

Aber am wichtigsten ist doch, dass diese eine Person so richtig geil findet, was man macht. Diese eine Person, mit der man sein ganzes Leben verbringt, jeden Tag, von morgens bis Abends bis morgens. Man selbst.
Besonders gutmeinende Menschen erzählen gerne, dass alle einen mögen, sobald man ganz man selber ist und zu dem steht, was man tut. Das ist doch totaler Quark. Aber ganz sicher mag man sich selbst dann besser leiden.

Ich hab mir früher immer Gedanken darüber gemacht, was andere wohl von mir halten könnten. Natürlich wollte ich, dass alle mich mögen, mich cool finden und meine Freunde sein wollen. Darum habe ich Klamotten getragen, in denen ich mich verkleidet gefühlt habe, war auf Parties, auf denen ich mich gelangweilt habe, und war nett zu Leuten, die ich ätzend fand.
Irgendwann habe ich eingesehen, dass das ganz schön dämlich ist.
Deshalb habe ich aufgehört, allen gefallen zu wollen. Aber die Leute, die ich „cool“ fand, die sollten mich schon mögen. Also hatte ich dauerhaft das Gefühl, nicht cool genug zu sein. Ich war auf tollen Parties und hatte absolut keinen Spaß, weil ich mich die ganze Zeit bemüht habe, den richtigen Eindruck zu machen. Ich habe zwar Klamotten getragen, die mir gefielen, aber ich habe auch vieles, was ich gut fand, nicht getragen, weil es vermeintlich nicht in die Kreise passte, in denen ich mich gerne bewegen wollte. Ich habe Zeit mit Leuten verbracht, die mich beeindruckten, und hatte dabei immer Angst, nicht gemocht zu werden.

Vielleicht war es unausweichlich, aber irgendwann war ich an dem Punkt, dass ich mich selbst so wenig leiden konnte, dass ich das auch niemandem sonst zugetraut habe. Ich war halt einfach so uncool. Und überhaupt niemand, den man gut finden könnte. Was hatte ich denn noch zu verlieren?

Seit dem bin ich wie ein Trüffelschwein immer auf der Suche nach dem, was mir wirklich gefällt. Und wenn ich wieder einen Trüffel finde, dann freue ich mich wie ein Trüffelschwein, das man zum Schneekönig ernannt hat. Was andere davon halten, das frage ich mich schon ab und an noch. Aber ich mache mich selbst nicht mehr von dieser Frage abhängig.
Ich ziehe an, was ich gut finde. Ich sehe die Filme, die mich interessieren. Ich sage, was ich denke (ok, ich halte oft auch einfach den Mund – denn wenn du nichts Nettes zu sagen hast…), anstatt anderen nach dem Mund zu reden. Ich schreibe hier über Dinge, die mich beschäftigen, nicht über Sachen, die sich gut verkaufen lassen. Und ich poste Bilder, die mir gefallen, ohne mir Gedanken darüber zu machen, womit ich besonders Eindruck schinden könnte.

Es ist mir nicht mehr so wichtig, was Leute denken. Natürlich lege ich Wert auf die Meinung meiner Familie und schätze ein ehrliches Feedback von meinen Freunden.
Wenn jemandem meine Blogbeiträge und instagram-Posts gefallen, dann freue ich mich darüber. Aber wenn es mal weniger Likes gibt, dann kratzt das nicht an meinem Ego. Denn wenn ich etwas im Internet teile, etwas anziehe oder bei einem Lied im Radio mitsinge, dann ist das etwas, woran ich Freude habe. Und die lasse ich mir nicht mehr nehmen. Denn es wird immer jemanden geben, der sich viel lieber über andere Dinge freut. Und das ist doch auch absolut in Ordnung so.

Vielleicht kommt euch einiges von dem, worüber ich hier schreibe, bekannt vor. Vielleicht habt ihr auch einen kleinen Mann im Ohr sitzen, der euch immer fragt: „Aber was sollen bloß die Leute denken?“.
Wisst ihr was? Schmeisst den Kerl raus.
Wenn ihr irgendwas gut findet, dann findet es so richtig gut. Wenn ihr etwas anziehen wollt, was um euch herum sonst niemand trägt, dann tragt es mit Freude über alle vier Backen. Wenn ihr beim Karaokeabend auf die Bühne wollt, dann stellt euch auf die Bühne, egal, ob ihr wie Celine Dion klingt oder wie Donald Duck!
Solange ihr euch mit euch selbst wohl fühlt, sollte es doch echt egal sein, was die Leute denken. Wer sagt überhaupt, dass die es besser wissen? Die haben sicher auch ein regenbogenbuntes Paillettenkleid im Schrank hängen, das sie sich nicht trauen anzuziehen. Was sollen denn auch die Leute denken…

8 Gedanken zu „Was sollen die Leute denken?

  1. Nina

    Ich weiß nicht mehr wo ich es gelesen habe: BEING YOURSELF IS ALWAYS A GOOD IDEA!
    Toll geschrieben!
    Lieben Gruß von Nina (ein heutiger Oldie, die viel zu viel Zeit mit „recht machen“ verbrachte, früher)
    Heute arbeite ich hart daran, den Mund manchmal zu halten…

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  2. Eva

    Ja, ja, ja! Beitrag fünfmal ausdrucken und überall in der Wohnung aufhängen. Um stetig daran erinnert zu werden. Weg mit dem Kerl!
    Liebste Grüße
    Eva

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  3. Maren

    Danke für diesen Post! Ich kämpfe noch gelegentlich mit dem „was sollen bloß die anderen denken?“. Aber was andere denken, geht mich eigentlich auch gar nichts an 😉

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  4. Gen

    APPLAUS!!! So siehts aus !!!!

    Ich habe an dem Fenster an meinem Arbeitsplatz eine großen Spruch kleben .
    “ sei du selbst, denn jeder andere ist schon vergeben“ vom Oscar Wilde.
    Ich hoffe ich hab das jetzt korrekt wieder gegeben.
    BE YOURSELF !

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  5. Kindderachtziger

    Das kann ich genauso unterschreiben, vielen Dank für diesen großartigen Post. Glücklicherweise kann ich den kleinen Mann seit einiger Zeit überwiegend aus meinem Leben verbannen und meine Entscheidungen hängen kaum noch davon ab, wie die Reaktion der Anderen ausfällt. Seitdem ich mehr von tue und trage, worauf ich Lust habe, geht es mir viel besser. Es fühlt sich an, als wäre man leichter und irgendwie gelassener innerlich. Von dem Lächeln, wenn ich in Spiegel schaue oder etwas tue das ich gerne mag, ganz zu schweigen. Das möchte ich mir bewahren und von keinem, der mir nichts bedeutet, nehmen lassen.

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  6. Katja

    Hallo!

    Habe den Post mit viel Interesse gelesen und dann in Konsequenz weitergeführt. Womit der tatsächliche Mann in meinem Leben gehen durfte und der im Ohr einen Intensivkurs in Intuition spendiert bekommen hat. Läuft seitdem!

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