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If you’re going to San Francisco…

Golden Gate Bridge San Francisco

…be sure to wear bequeme Schuhe. Auch, wenn man dort wirklich jederzeit und überall ganz schnell eine Fahrt per Uber ordern kann, lassen sich die einzelnen Stadtgebiete ganz prima erlaufen. Da kommen schnell mal einige Kilometer zusammen. Meistens Bergauf.

San Francisco

Wobei auch schon die Strecke vom Ferry Building zum Fisherman’s Wharf toll zu laufen ist, ganz eben, immer am Wasser lang, das Meer zur Rechten und links die Hügel von San Francisco.
Von beiden Sehenswürdigkeiten habe ich im Vorfeld gelesen, dass es reine Touristenfallen seien und man sich einen Besuch schenken könne. Bin ich froh, mal wieder nicht drauf gehört zu haben!

Ferry Building San Francisco

Im Ferry Building gibt es nicht nur nette kleine Shops, verdammt leckeres Eis und tolle Restaurants (Hog Island Oyster Co. soll fantastisch – nächstes Mal will ich das auf jeden Fall überprüfen).
Wer sich drinnen an einem der Imbissstände seinen Lunch holt, kann sich zum Essen draußen auf eine der vielen Bänke in die Sonne setzen und den Trubel des laufenden Fährbetriebs beobachten. (Wer sich auf die Bänke links neben dem Gebäude setzt, der kann dabei sogar ganz prima das WLAN einer bekannten Coffee Shop Kette nutzen.)
Dass es im Ferry Building kostenlose, saubere Toiletten und Wickelräume gibt, war auch alles andere als verkehrt. Die haben wir allerdings so gut wie überall in der Stadt problemlos finden können, trotz Streik der öffentlichen Einrichtungen. Das kannte ich vorher aus Europa ganz anders, wo man für dreckige Klos in der Regel ja ordentlich Eintritt zahlen darf.

Fishermans Wharf

Der Pier 39 am Fisherman’s Wharf ist tatsächlich ziemlich touristisch, hat uns aber trotzdem Spaß gemacht. Mein Mann hat direkt mehrmals den NFL-Shop besucht, Junior war hin und weg von den Seelöwen und mir hat der tolle Blick auf Alcatraz gefallen. Dass es dort jede Menge zu Essen gibt, hat auch nicht geschadet.
Wenn das Kind mal größer ist, dann will ich auf jeden Fall nochmal in’s Musée Mécanique am Pier 45. Das ist eine Lagerhalle voll alter Spiel- und Unterhaltungsautomaten, es ist laut, durcheinander und ziemlich fabelhaft. Nur vielleicht nicht unbedingt für Kleinkinder. (Der Eintritt ist übrigens frei und ganz hinten durch steht ein grandioser Indiana Jones Flipper Automat.)

Amoeba Music

Was ich mir beim nächsten Mal lieber schenke? Haight-Ashbury. Es war auf jeden Fall nett, es einmal gesehen zu haben, aber umgehauen hat es mich überhaupt nicht.

Outer Sunset

Ganz im Gegensatz zu Outer Sunset und Ocean Beach. Am besten fängt man den Tag mit Kaffee und Cream Cheese Bagels (die mehr aus Frischkäse als aus Bagel bestehen) vom Java Beach Café an. Auch, wenn es nicht der weltbeste Kaffee ist und man in einer recht chaotischen Schlange anstehen muss. Denn dieses Frühstück nimmt man dann einfach mit, einmal auf die andere Straßenseite…

Ocean Beach

…direkt zum Ocean Beach, wo man Surfer und jede Menge glückliche Hunde beobachten kann, Sanddollars findet und der Pazifik einem die Füße küsst.
Ich hätte am liebsten den ganzen Tag dort verbracht. Und den Tag danach. Und den Tag danach. Und…
Das gleiche galt aber für so gut wie jeden Ort, den ich in San Francisco besucht habe. An dieser Stelle im Text habe ich ursprünglich mit der Beschreibung eines Spaziergangs begonnen, der einen an einer ganze Reihe meiner Lieblingsplätze vorbei führt. Dann habe ich beschlossen, dass dieser Spaziergang einen ganz eigenen Text verdient und den soll er auch bekommen, sofort nachdem ich mit diesem hier fertig bin. Kleiner Spoiler: Er endet an einem weiteren, wunderbaren Strand – Crissy Field.

Einen ordentlichen Kontrast zu Meeresbrise um die Nase und Sand zwischen den Zehen findet man entlang der Market Street, die durch den Financial District verläuft. Zwischen den Hochhäusern und den betriebsamen Straßen kann man nicht mehr vergessen, dass man sich in einer amerikanischen Großstadt befindet. Der Strand fühlt sich plötzlich weit weg an. Dafür gibt es hier Coffee Shops wie Sand am Meer und wer der Flut der Mittagspäusler folgt, der findet problemlos die aktuell besten Lunch Spots.

Wer bei den üblichen Verdächtigen wir GAP, Anthropologie und Madewell shoppen möchte, der wird am und im Westfield Center auf der Market Street fündig. Kleine, besondere Läden sucht man hier allerdings vergeblich. Dafür liegt direkt um die Ecke Mel’s Drive In, ein American Diner, das alle Klischees erfüllt und obendrein echt leckeres Essen serviert.

Apropos Essen: Ich habe mir im Vorfeld eine laaaaaaaange Liste mit den angeblich leckersten Geheimtipps der Stadt zusammen gestellt. Vor Ort waren wir von der Auswahl dann erstmal ganz schön überfodert. Obendrein war es für uns mit Junior auch deutlich entspannter, familienfreundliche Ketten aufzusuchen, statt Food Trucks zu jagen oder uns mit Kinderwagen in hippe „Hole in the Wall“ Restaurants zu quetschen. So hätten wir auch bei Boudin unten im Imbiss bleiben sollen, anstatt ein übermüdetes Kleinkind mit nach oben in das vergleichsweise schicke Restaurant zu schleppen. Der Ausblick war toll, das Essen war ok, das Ambiente definitiv nicht das richtige für unsere Chaos Truppe. Einen ähnlich tollen Blick auf Fisherman’s Wharf hatten wir einen Abend später bei einem sehr entspannten Essen bei Applebee’s – nix zum angeben, aber das Kind konnte mit Wachsmalstiften randalieren und hat sich sehr über eine Portion Pommes und Brokkoli gefreut.
Das für uns beste amerikanische Frühstück haben wir im Pinecrest Diner gefunden. Wir waren direkt zwei Morgende hintereinander da und während ich grade so darüber nachdenke, bekomme ich wieder ordentlich Appetit auf French Toast mit Erdbeeren und Sirup. (Das Diner hat übrigens 24 Stunden am Tag geöffnet und wäre somit auch eine super Anlaufstelle für Jet Lag Geplagte, die mitten in der Nacht plötzlich Hunger auf Omelett haben…)

Unser Hotel lag im Viertel Lower Cob Hill, nicht weit vom Union Square und dem Eingang zu China Town (was mich übrigens null beeindruckt hat, Little Italy hingegen umso mehr). War es ein Highlight, am Ende eines aufregenden Tages den Kinderwagen wieder den ganzen Berg hochschieben zu müssen (so „low“ war das nämlich gar nicht)? Nicht unbedingt.
Aber dafür hatten wir sowohl Coffeeshops als auch Supermärkte nur ein paar Ecken weiter, was nicht zuletzt dann sehr sinnvoll ist, wenn plötzlich die Windeln alle sind. Oder man morgens um vier verzweifelt vernünftigen Kaffee sucht.

Wenn ich könnte, ich würde sofort wieder hin fliegen. Mir dort so ein fröhlich buntes Häuschen suchen. Und jeden Tag an den Strand gehen. (Leider weiß ich auch, was so hübsche – oder auch hässliche – Häuschen in San Francisco kosten. Da ist der Traum dann auch ganz schnell wieder vorbei…)
Für den nächsten Besuch jedenfalls habe ich noch ganz, ganz viel auf meiner Liste:

+ Zum Whale Watching rausfahren.
+ Alcatraz besuchen.
+ Den Mission District besuchen.
+ Im Cliff House essen gehen und die Ruinen von Sutro Baths besuchen.
+ In den Muir Woods wandern gehen.
+ Über die Golden Gate Bridge fahren.
+ Diverse Museen besuchen (wir hatten einfach zu gutes Wetter, als dass ich viel Zeit hätte drinnen verbringen wollen).
+ Den Dogpatch erkunden.
+ Austern essen.
+ Mehr Mexikanisch essen.

Wir haben wirklich ganz, ganz viel nicht gesehen, nicht besucht, nicht erlebt. Und trotzdem war es keine Minute lang langweilig. San Francisco macht es einem wirklich leicht, eine tolle Zeit zu haben. Solange man die richtigen Schuhe trägt.