Es ist erst dann zu spät, wenn es zu spät ist.

Samstag

Vorgestern war ein Tag für die Tonne. Gestern habe ich mir deshalb erst gar nicht die Mühe gemacht, überhaupt meinen Schlafanzug auszuziehen.
Eigentlich hatte ich so einiges vor, aber nääääää, bis mittags habe ich es einfach nicht geschafft aus dem Quark zu kommen und um zwei braucht man dann auch nicht mehr anfangen…

Ausser, dass man sehr wohl um zwei Uhr noch das Ruder rumreissen und etwas vernünftiges mit so einem angebrochenen Tag anfangen kann.

Mehr aus Resignation als aus Tatendrang habe ich mich zunächst meiner Küche erbarmt, aufgeräumt und den ausufernden Berg dreckigen Geschirrs gespült. Und als dann einmal Platz zum kochen war, habe ich beschlossen ein bisschen für die kommende Woche vorzubereiten. Also habe ich Gewürzquinoa gemacht, Chiapudding und Falafel (für letztere schwöre ich auf den Falafelmix von Alnatura: genauso lecker wie einfach). Und wo ich schon mal dran war habe ich direkt noch eine Fuhre Schoko-Schokocookies gebacken. Die heissen übrigens so, weil extra viel Schokolade rein kommt.

Als ich in der Küche fertig war, war ich so in Schwung, dass ich aus dem Schlafanzug in die Joggingschuhe gestiegen und eine kleine Runde gelaufen bin. Bevor ich verdientermaßen in der Badewanne abtauchte, habe ich sogar noch dran gedacht, ein paar Sachen für unser Abendessen fertig zu machen. Gestern wurde hier nämlich die Raclettesaison eröffnet, das braucht immer ein bisschen Vorbereitung.

Und so wurde aus einem Tag, den ich eigentlich schon aufgegeben hatte, doch ein an Tag, an dem ich so einiges geschafft habe.

So verhält es sich nicht nur mit einem Samstag im Dezember. So oft denke ich: Jetzt ist’s zu spät. Jetzt brauch ich auch nicht mehr anfangen. Ob es dabei darum geht, noch schnell das Bad zu putzen, ein Projekt anzufangen oder etwas ganz neues zu lernen. Meistens ist es nämlich gar nicht zu spät. Ich bin nur zu faul. Oder zu feige.

Kennt ihr das? Das Gefühl, zu spät dran zu sein für bestimmte Dinge? Gebt ihr auch manchmal auch auf, bevor ihr angefangen habt? Und stellt ein anderes Mal fest, wieviel ihr doch noch schafft, obwohl es gefühlt mal wieder zu spät war?

2 Gedanken zu „Es ist erst dann zu spät, wenn es zu spät ist.

  1. Melissa

    Ich kenne das Gefühl auch, vor allem samstags. Da hat man so viele Pläne, was man alles an diesem freien Tag machen will und schläft erst einmal aus, lümmelt dann noch ewig im Bett und dann ist es doch viel zu spät um noch was zu tun. Meist motiviert mich dann der Gedanke, dass ich sonntags erst recht nichts machen kann, weil da zum Beispiel alle Läden geschlossen haben. Diesen Teil erledige ich dann also doch meist noch samstags. Und das erhebende Gefühl danach, wenn man doch noch alles geschafft hat und dann wohlverdient auf der Couch liegen darf, ist jedes Mal herrlich.

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