Zehn Serien, die Lust auf Herbstwetter machen.

Kommentare 5

Serien Herbst

Die Hitze lässt langsam nach, die Sonne macht schon wieder deutlich früher Feierabend und das Sofa macht sich bereit, die Hängematte für die kommenden Monaten abzulösen. Es wird Herbst. Und damit wird es Zeit für gute Serien.

Weil das Angebot immer riesiger wird, habe ich mal meine momentanen Serienlieblinge von Netflix und Amazon Prime zusammen getragen. Zehn mal viereckige Augen für den Herbst:

Penny Dreadful (Staffel 1-3 bei Netflix)

„Penny Dreadfuls“, so nennt man die viktorianischen Groschenromane, in denen es meist recht schauerlich zugeht.
Die gleichnamige Serie um die mysteriöse Miss Ives und ihre Verbündeten (darunter vertrauenswürdige Gestalten wie Frankenstein und Dorian Gray) steht diesen Schauergeschichten in nichts nach.
Angesiedelt im viktorianischen London begeben sich die Protagonisten zu Beginn der Serie auf die Suche nach einem verschwundenen Mädchen.
Im Verlaufe der drei Staffeln begegnet dem Zuschauer beinahe alles, was das Horror Genre zu bieten hat: Vampire, Werwölfe, Hexen, Untote und dergleichen. Dazu literweise Kunstblut, Schreckmomente und dunkle Geheimnisse. Satanismus, Mystizismus und Okkultismus.
Das alles ist dermaßen toll ausgestattet und schön verfilmt, dass ich am liebsten sofort in diese Serie einziehen würde. Normalerweise habe ich es nicht so mit Horror, aber bei Penny Dreadful bin ich ziemlich traurig, dass nach nur drei Staffeln schon Schluss ist. Grade schaue ich zum wiederholten Male Staffel zwei, einfach, weil sie so schön ist.

Diese Serie ist kein Schocker, aber ein schönes Schauermärchen, mit dem man es sich an einem verregneten Herbsttag im Salon gemütlich machen kann. Immer und immer wieder.

Happy Valley (Staffel 1 bei Netflix)

Happy ist in dieser BBC-Serie kaum einer. Hauptfigur ist Catherine, eine Polistin, deren Tochter nach einer Vergewaltigung ein Kind von ihrem Peiniger zur Welt brachte und sich kurz darauf das Leben nahm.
Catherine hat sich ihres Enkels angenommen, was ihr Leben noch weiter aus der Bahn wirft. Ihr Mann verlässt sie, ihr erwachsener Sohn wendet sich von ihr ab.
Und dann begegnet sie dem Vergewaltiger ihrer Tochter, einem Mann namens Tommy Lee Royce, der mittlerweile aus der Haft entlassen wurde. Besessen von Royce macht sie es sich zur Aufgabe, ihn mit allen Mitteln wieder in’s Gefängnis zu schicken. Was sie nicht weiß: Er ist bereits wieder in ein schreckliches Verbrechen verstrickt, das vor den Augen der Zuschauer seinen unheilvollen Verlauf nimmt.

Auch wenn im Happy Valley ab und an ein trockener, britischer Humor die düstere Geschichte auflockert – bei dieser Serie ist eigentlich nur happy, wer sie angucken darf.

Twin Peaks* (Staffel 1 und 2 bei Amazon Prime)

Ok. Diese Serie von David Lynch ist sicher allseits bekannt. Wer tötete Laura Palmer und wird Agent Cooper jemals genug von diesem verdammt guten Kaffee kriegen? Ein Mord, seltsame Ereignisse, Sex, Drogen und ein eigenwilliger Holzscheit. Das alles vor der malerischen Kulisse der fiktiven Kleinstadt Twin Peaks, umgeben von majestätischen Douglaskiefern. Noch so eine Serie, in die ich sofort einziehen würde. Ohne zu zögern.
Und, oh man, wie grandios Sherilynn Fenn als Audrey Horne ist! Bei all den verschrobenen Charakteren und dem traumhaften Setting wird die Story für mich beinahe zur Nebensache.

Ein Klassiker unter den Krimi- und Mysteryserien, ein typisches Werk von David Lynch und die perfekte Unterhaltung für kühle Herbstabende. Aber Vorsicht: Die Eulen sind nicht, was sie scheinen!

Z Nation (Staffel 1 bei Netflix)

Wir alle warten darauf, dass es im Oktober endlich bei The Walking Dead weiter geht. Eine weniger bekannte, aber nicht minder gute Zombie-Serie ist Z-Nation.
Im Gegensatz zu TWD sitze ich hier auch nicht so oft schimpfend vor dem Fernseher, weil sich mal wieder ein Charakter unfassbar dämlich verhält. Und mehr zu lachen gibt es bei Z-Nation auch. Murphy for President!

Eine Serie für Zombieliebhaber, die auch zartbesaitetere Gemüter (wie ich) beinahe unbeschadet überstehen können.

Bates Motel (Staffel 1-3 bei Netflix)

Norman Bates und seine Mutter Norma sind alte Bekannte aus Hitchcocks Psycho. Doch wie ist das seltsame Paar überhaupt in dem alten Motel gelandet? Und wie wurde Norman zum Psychopathen? Das und viel mehr erzählt Bates Motel, der gelungene Versuch einer modernen Vorgeschichte zu Alfred Hitchcocks Meisterwerk.
Teenagerprobleme, Machtmissbrauch, Drogen und Menschenschmuggel, psychische Störungen und eine ungesunde Mutter-Sohn-Beziehung bilden eine äußerst sehenswerte Mischung.

Spannend und visuell ansprechend wurde es schnell eine Lieblingsserie für mich. Einzig die deutsche Synchronisation war etwas nervig, deshalb lege ich euch hier den Originalton an’s Herz.

Luther* (Staffel 1-3 bei Amazon Prime und Netflix)

Eine Krimiserie von der BBC? Und dann auch noch mit Idris Elba in der Hauptrolle?! Volltreffer!
Detective John Luther ist so genial wie getrieben, so besessen von seiner Arbeit, dass seine Ehe dran zerbricht und sein Sozialleben weitestgehend auf der Strecke bleibt. Immer wieder stellt er sich mit seiner Beharrlichkeit selbst ein Bein und droht an der Entscheidung zwischen richtig und falsch zu scheitern. Zum Glück erfährt er im Laufe der Serie Hilfe von unerwarteter Seite und hat mit seinen unkonventionellen Methoden immer wieder so etwas wie Erfolg.

Luther ist ein spannender Blick in die Psyche eines brillanten Ermittlers, der wiederholt vor die Frage gestellt wird, wie weit man bei der Verfolgung von Verbrechern gehen darf.

Broadchurch (Staffel 1 und 2 bei Netflix)

Ein kleiner Junge wird tot am Strand aufgefunden und ein ganzes Dorf steht plötzlich unter Verdacht. Die Vergangenheit der Einwohner und Ermittler von Broadchurch wird durchleuchtet und gut behütete Geheimnisse werden aufgedeckt. Im Gegensatz zu anderen Krimiserien geht es hier nicht nur um die Arbeit der Polizei. Man blickt hinter die Kulissen der Presse, hinter die Fassaden der Hinterbliebenen und der Verdächtigen. Und selbst als alter Krimi-Hase, wusste ich diesmal nicht schon nach der ersten Folge, wer der Täter ist. Die Auflösung am Ende der ersten Staffel wirkt absolut schlüssig, ohne dass dieser Ausgang offensichtlich gewesen wäre.

Ein grausames Verbrechen in einer englischen Küstenstadt, dessen Aufklärung in ungewohnt ruhiger, aber nie langweiliger Weise erzählt wird.

Elementary* (Staffel 1-3 bei Amazon Prime, Staffel 1 und 2 bei Netflix)

Ja, die zigste Sherlock Holmes Adaption. Ob das nötig ist? Also, für mich hat Elementary eine absolute Daseinsberechtigung. Johnny Lee Millers Holmes Darstellung ist ein unterhaltsamer Kontrast zu Cumberbatchs Sherlock. Die (vorläufig überstandene) Drogensucht der Hauptfigur kommt hier mit einer passenden Portion Rock’n’Roll daher.
Lucy Liu als Watson ist eine ebenso überraschende wie passende Besetzung. Und was die Ausstattung angeht, so würde ich nicht nur mit Freuden Mitbewohner in der ungleichen Wohngemeinschaft werden, ich hätte auch nichts dagegen, einmal Watsons Garderobe zu plündern.

Sir Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes ist eine der am häufigsten verfilmten literarischen Figuren aller Zeiten. Von Basil Rathbone bis Robert Downey Jr. war ich bisher noch keinem Holmes Darsteller wirklich abgeneigt. Miller und Elementary bilden hier keine Ausnahme. Eine wunderbare Serie, die es perfekt versteht Doyles Kriminalgeschichten in’s 21. Jahrhundert zu holen.

Orphan Black (Staffel 1-4 bei Netflix)

Wer bin ich? Und wenn ja, wieviele? Die Kleinkriminelle Sarah Manning beobachtet am Bahnsteig eine fremde Frau dabei, wie sie sich vor einen einfahrenden Zug stürzt. Schlimm genug, doch ist die Fremde auch noch Sarahs absolutes Ebenbild.
Die junge Frau nutzt den schrecklichen Moment, um sich die Handtasche der Selbstmörderin anzueignen. Auf der Flucht vor ihren eigenen Problemen beschließt sie, die Identität der Toten namens Beth Childs zu übernehmen. Zu spät findet sie heraus, dass Beth Polizistin war.
Kaum findet sich Sarah in ihrer neuen Rolle halbwegs zurecht, taucht eine weitere Doppelgängerin auf. Und auch die neue Identität stellt sich als unerwartet unsicher heraus. Bald sieht sich Manning nicht mehr nur Gangstern, rachsüchtigen Exfreunden und der Polizei gegenüber gestellt. Plötzlich sind ein Pharmakonzern, eine religiöse Sekte und das Militär hinter ihr her.

Orphan Black verpackt die Fragen nach Herkunft und Familie, die Balance zischen Machbarkeit und Moral und den ewigen Streit um Anlage und Umwelt in eine hoch spannende Story. Das Schauspiel von Hauptdarstellerin Tatiana Maslany ist einfach irre und wird erst im englischen Original voll erfassbar, weshalb Ihr diese Serie im OT gucken solltet. Wer sich das nicht zutraut, der sollte sich von der deutschen Synchronisation allerdings nicht vom Gucken abhalten lassen. Absolute Empfehlung!

Mr Selfridge (Staffel 1 bei Netflix)

Überwältigend ausgestattet erzählt diese Serie die Geschichte des amerikanischen Unternehmers Harry Gordon Selfridge, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in London das berühmte Kaufhaus Selfridges eröffnet.
Es hat ein, zwei Folgen gedauert, bis es mich wirklich packte, aber mittlerweile fieber richtig ich mit den verschiedenen Charakteren mit.
Von den Problemen, sich als Amerikaner und größenwahnsinniger Visionär im post-viktorianischen London durchzusetzen, über das Leben zu Kriegszeiten bis hin zur Frauenbewegung und den Bemühungen um Emanzipation, zeigt Mr. Selfridge das Zeitgeschehen durch die Schaufenster eines atemberaubenden Kaufhauses.

Eine visuell berauschende Familiengeschichte mit Schauplatz im England des beginnenden 20. Jahrhunderts – kaum überraschend, dass Regisseur Jon Jones schon an Downton Abbey mitwirkte.

– – – – – – –

So. Jetzt würde ich am liebsten alle diese Serien noch mal gucken. Aber ich hab auch noch eine ganze Menge (für mich) Neues auf dem Zettel. Ich sag es euch, diese Netflix-Kiste kann ganz schön anstrengend sein…
Nichtsdestotrotz freue ich mich immer über gute Serientipps. Ihr habt was tolles gesehen, egal wo? Verratet es mir! Vielleicht wird das Wetter ja so schlecht, dass ich alles geguckt kriege 😉

Mit * gekennzeichnete Links sind Affiliate Links.

Kommentare 5

  1. sehr gute liste!! da weiß ich kaum wo ich anfangen soll!! bin gerade bei „how to get away with murder“ und finde es großartig, weil so unfassbar spannend!!!

  2. DAS ist ja echt mal fies!
    Da hatte ich mir ausgemalt, mich den kompletten Herbst in Bücher zu vergraben (und höchstens mal eine Folge von Crossing Jordan anzuschauen – sorry, aber ich mag die Serie…) und dann kommst du und machst mir den Mund wässrig? So ein Mist.
    Mit welcher Serie fang ich jetzt an??

    Liebe Grüße und vielen Dank für die wundervolle Zusammenstellung dieser Liste,
    Linda

  3. Oh ja, Penny Dreadful ist grandios. Orphan Black natürlich auch. An Bates Motel habe ich mich noch nicht rangewagt. Werde ich jetzt mal machen:)
    Hast du schon The Killing geschaut? Läuft auch bei Netflix. Grandiose Serie! Kann ich nur empfehlen. Gerne mag ich auch die Serie Jessica Jones, How to get away with murder, Shameless, Weeds, The Good Wife und aktuell gerade Get down. Vielleicht ist für dich ja was mit dabei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.