Ich will weniger!

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simplicissimus

In Zeiten, in denen es von allem scheinbar immer mehr gibt, in denen es im Anblick der endlosen Möglichkeiten beinahe unmöglich ist, eine Auswahl zu treffen und in denen zu viel vielen immernoch nicht genug ist, sehne ich mich nach dem Einfachen. Und ich glaube, ich bin nicht allein.

Die neuen Medien übergießen uns mit einer Informations-Flut, die kaum einer noch wirklich überblicken kann. Soziale Netzwerke begleiten uns vom Frühstück bis zur Afterhour. Wir teilen, liken, kommentieren alles jederzeit. Dank Smartphones geht das immer und überall, die ständige Erreichbarkeit auf allen Kanälen ist gefühlte Pflicht. In den Supermärkten steht man vor bunt gefüllten Regalen und der Qual der Wahl. Modemagazine und Fashion-Blogger rufen jeden Tag neue Trends aus.

Und wir machen das alles mit. Jeder Pups wird für die digitale Anhängerschaft dokumentiert. Das Handy ist immer dabei, die Kamera jederzeit im Anschlag. Unsere Schränke sind voll.
Die Köpfe auch: Mit dem dem Leben der Anderen, das uns Tag für Tag bei facebook, twitter, instagram vor die Nase gehalten wird. Mit dem Wunsch nach mehr, mehr, mehr, schneller, schneller, schneller, weil wir -Amazon sei Dank- alles was wir wollen haben können, schneller denn je.

Und ich bin mitten drin. Nur: Langsam habe ich genug. Genug von diesem Überangebot, genug von dieser Dauerbereitschaft im sozialen Netz, genug von der allgegenwärtigen Kurzlebigkeit.
In letzter Zeit sind es Phänomene wie das Project 333, die mich beschäftigen.
In meinem Feedreader werden die Beauty-, Fashion-, und Shopping-Blogs langsam aber sicher von klugen Köpfen wie Leni und Maria verdrängt, die sich ganz ohne dicke Moralkeule mit Dingen wie Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Werten auseinander setzen.

Dass hier momentan eh alles im Umbruch ist, dank tierischem Zuwachs und anstehendem Umzug, habe ich mir zum Anlass genommen mir einmal eingehender Gedanken über meine eigenen eingefahrenen Gewohnheiten zu machen.

Denn, auch wenn ich eigentlich keinen Grund zur Klage habe: Wirklich zufrieden bin ich schon länger nicht mehr.

Meine Überlegungen drehten sich um drei größere Bereiche: Zeit, Materielles und Digitales.
Und mir fiel auf, dass ich nicht Einzige bin, die auf diesen Feldern Handlungsbedarf sieht.
Deshalb wird es hier in den nächsten Tagen genau um diese Dinge gehen.
Nachdem ‚einmal ordentlich viel von allem‘ nicht funktioniert hat, will ich jetzt aus weniger mehr machen.
Macht ihr mit?

Kommentare 5

  1. Bei mir ist weniger auch das neue mehr, aber in der Umsetzung tu ich mich noch schwer. Dinge loslassen, allzu Profanes nicht lesen, mehr Übersichtlichkeit und mehr Zeit gewinnen, das finde ich wünschenswert – ich bin auf dem Weg aber auch grad erst losgegangen, ich weiß, ich werde ihn kaum konsequent verfolgen, aber das Ziel ist klar.

    • Wie heisst es doch so schön: Der Weg ist das Ziel! Ich fühle mich jedenfalls mit dem bloßen Vorhaben, etwas zu ändern schon ein wenig besser und merke schneller: „Hey, das ist hier ist grade ziemlich unnötig. Lass ich mal lieber.“
      Viel Erfolg, liebste Textuschi!

  2. Wahre Worte. Ich versuche die materielle Reduzierung schon etwas länger. Alles raus aus der Wohnung, was unnötig oder ungenutzt ist. Betonung liegt allerdings auf „versuche“. Digital hänge ich eh immer ein bisl hinterher, was aber wahrscheinlich ganz gut ist 🙂

  3. Hi Ellen,
    ganz toller Text und ich bin da ganz bei dir! Mein Papa sagt immer „Weniger ist mehr“ und bis vor kurzem habe ich innerlich jedes Mal wieder die Augen verdreht – aber er hat Recht!
    Ich habe vor drei Monaten mit einer Capsule Wardrobe begonnen und bin damit total glücklich. Und langsam merke ich, dass ich bei meinem Kleiderschrank nicht aufhören will, sondern dieses „Weniger ist mehr“ – Konzept noch auf andere Lebensbereiche ausdehnen möchte. Mal sehen, ob mir das gelingt 🙂

    Liebe Grüße
    Julia | http://www.schriftundherz.com

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