Warum ich blogge.

Kommentare 8

wieso-weshalb-warum

Wieso macht man sowas?

…wurde ich schon mehr als einmal gefragt, wenn es um meinen Blog geht.

Hast du Langeweile? Nichts besseres zu tun? Keinen richtigen Job? Gesteigerten Geltungsdrang? Und hast du einfach keine Ahnung, dass es Wichtigeres auf der Welt gibt, als lustige Bildchen von dir und deinen Klamotten?

So direkt hat das noch keiner gefragt, aber ganz sicher gedacht. Und warum auch nicht. All diese Dinge habe ich mich selbst schon gefragt. Zuletzt am Samtstagmorgen, als ich eigentlich einen neuen „Was würde Ellen tragen“-Post veröffentlichen wollte, einen Artikel über mein Outfit im Angesicht von Krieg und Terror aber einfach nur furchtbar albern fand.

Nein, mein Blog leistet keinen Beitrag zur Lösung der großen Probleme unserer Welt. Jemandem, der geliebte Menschen betrauert, können meine Geschichten über Mützen und Mäntel hier wahrscheinlich keinen Trost spenden. Ein weiteres Suppenrezept hilft niemandem, der Hunger leiden muss. Meine Bilder von Lichterketten und Kissenbezügen können nichts dagegen ausrichten, dass Menschen um ihr Leben fliehen müssen, weil ihr Zuhause nicht mehr sicher ist.

Warum blogge ich also? Ist es Langeweile? Ein übergroßes Mitteilungsbedürfnis? Wahrscheinlich von beidem ein bisschen. Ich habe mit dem Bloggen als Hobby angefangen und wie jede Freizeitbeschäftigung war es zunächst einfach eine schöne Art der Zeitverschwendung. Und dass ich ein immenses Mitteilungsbedürfnis habe, das wurde schon von meinen Grundschullehrern festgestellt : „Ellen redet während des Unterrichts mit ihren Sitznachbarn und antwortet, ohne sich zu melden.“ – bedenkt man, dass ich schon immer gern geschrieben habe, war der Schritt zum Blog einfach eine logische Konsequenz.

Ganz bewusst verzichte hier ich auf politische Diskussionen und eine Auseinandersetzung mit den ernsten Problemen, mit denen wir uns momentan konfrontiert sehen. Ich werde weiterhin über hübsche Anziehsachen und die Gemütlichkeit meines Sofas schreiben. Doch das tue ich nicht nur aus Langeweile und Geltungsdrang. In diesen Zeiten der Unsicherheit und Unzufriedenheit will ich ganz bewusst einen Ort schaffen, an dem sich die schönen Dinge im Leben versammeln.

Ja, die großartigsten Dinge im Leben sind selten Dinge, doch im Alltag sind es oft Kleinigkeiten, die uns ein gutes Gefühl bescheren. Ein schöner Pullover oder eine hübsche Tasse sind nicht weltbewegend. Aber sollten die Sachen, mit denen wir uns jeden Tag umgeben, uns nicht zwingend glücklich, jedoch zumindest ein bisschen fröhlich machen?

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber im Angesicht des Chaos da draussen will ich mein Leben nur noch mehr so wunderbar wie möglich gestalten. Leider klopft das schöne Leben nicht einfach bei einem an die Tür, wie Juli so schön sagt. Deshalb will ich hier für mich – und für jeden, der es lesen möchte – darüber schreiben, wie man das schöne Leben zu sich holt. Dafür, und da bin ich mir sehr sicher, muss sich nämlich nicht auf Weltreise begeben oder im Lotto gewinnen. Das Gute liegt oft ganz nah, man muss es nur sehen.

Und darum blogge ich. Darum gibt es Je suis Huck. Und darum finde ich es nicht albern, über Schuhe und Lieblingssongs zu schreiben. Alltag ist, was wir draus machen. Und Gott weiss, dass ich das Beste draus machen will. Dies hier ist mein Katalysator. Mein Motor. Mein Reisebericht von den Abenteuern des Alltags. Und meine Einladung an euch, die kleinen Dinge zu finden, die euer Leben Tag für Tag ein bisschen wunderbarer machen.

Kommentare 8

  1. Muschelmaus 16. November 2015

    Meist folge ich Dir still, aber heute sage ich mal Danke! Du schreibst genau das, was ich denke, wenn ich blogge.

  2. So perfekt auf den Punkt gebracht! Danke dir!
    Große und kleine Glücksmomente sammeln und festhalten, genau dafür blogge ich. Farben sammeln für graue Zeiten, wie die Maus Frederik.

    Liebe Grüße!

    • Und darum lese ich hier! 🙂
      Sehr sehr schöner und ehrlicher Post von dir!!

      Hoffentlich bis bald mal!
      LG, Sabrina aus Dortmund 😉

  3. Toll aufgeschrieben und mich bringst du oft zum Schmunzeln oder rüttelst auf. Mein Alltag wird durch deinen Blog immer wieder fröhlicher.

  4. Hallo Ellen,

    ein toller Beitrag, an dieser Stelle wollte ich nochmal sagen, dass ich deinen Blog sehr mag. Denke auch, dass man gerade in Zeiten wie diesen etwas braucht, das einen beruhigt und auf das Positive blicken lässt. Das schaffst du immer wieder, vielen Dank dafür. Mach weiter so.

    Viele Grüße, Silke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.