Von Wohnträumen und Indianerfriedhöfen.

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Umzugskartons

Es ist noch garnicht so furchtbar lang her, da klagte ich HIER mein Leid.
Mein Mann und ich haben seit je her die bösen Geister der Wohnkultur heraufbeschworen, und natürlich bleibt auch unsere zukünftige Bleibe nicht gänzlich davon verschont.

Anstelle eines Indianerfriedhofs machen uns nun allerdings die Vormieter das Leben schwer, ein sicherlich von finstersten Dämonen besessenes Ehepaar, das uns eine Baustelle statt eines Reihenhauses hinterließ: Alle elektrischen Leitungen mussten ausgetauscht werden (Angebohrt. In jedem Zimmer.), der Garten ist ein Schlachtfeld, aus der mannshohen Hecke wurden einzelne Pflanzen mitgenommen und dabei offenbar die Wurzeln der verbleibenden Pflanzen verletzt, im Keller tropft es und im ganzen Haus fand sich nicht eine funktionierende Lampe, alles mitgenommen.
In der Küche alleine haben wir eine ganze Tube Spachtelmasse gebraucht, einige Dübel waren wohl mit Sekundenkleber befestigt. Der Abfluss der Badewanne ist verstopft und zwei Fenster müssen ersetzt werden. Über das feine Wörtchen ‚besenrein‘ will ich überhaupt nicht erst sprechen.

Das alles würde uns alte Wohn-Horror-Experten wohl halbwegs kalt lassen, käme da nicht die größte Unverschämtheit ins Spiel: Anstatt jetzt schon entspannt mit Mann und Hund den Duft neuer Möbel einzuatmen, sitze ich hier im Chaos – Unsere dämonischen Vormieter haben die Schlüsselübergabe um mehrere Wochen verzögert.
Über die diversen Mängel wurde niemand informiert. Handwerker, die mit einigen Schönheitsreparaturen und dem Einbau einer neuen Heizung beauftragt waren, wurden zum vom Hausbesitzer vereinbarten Termin nicht ins Haus gelassen.

Tolle Kiste!

Also heisst es für uns jetzt: Den armen Handwerkern ein bisschen auf die Füße treten, damit sie am besten vorgestern fertig werden. Das Streichen und Tapezieren überlassen wir zum Teil nun auch den Profis, uns ist nach der ganzen Warterei nun langsam aber sicher die Zeit ausgegangen. Man gönnt sich ja sonst nix!
Eigentlich wäre auch die Hilfe eines guten Umzugsunternehmens angebracht, die brauchen aber leider sechs Wochen Vorlaufzeit. Die haben wir nun nicht mehr. Dafür haben wir die Gage für Pizza und Bier über, um unsere armen Freunde und Verwandten zu verköstigen, die uns leichtsinnigerweise schon vor Monaten ihre Hilfe angeboten haben (ja, das haben wir uns gemerkt, ihr kommt aus der Nummer nicht mehr raus) und die jetzt schon eine ganze Weile auf einen Termin für ihren selbstlosen Einsatz warten.

(Leute, es geht bald los! Versprochen! Und danke, dass es euch gibt. Wir wären sonst aufgeschmissen…)

Nu hab ich aber genug gemotzt. Demnächst gehe ich zum schönen Teil über und gebe einen kleinen Einblick in unsere Einrichtungspläne. Denn: Egal, wie hübsch oder scheusslich – nichts ist spannender als zu gucken wie die Anderen so wohnen!

Und falls sich unter euch noch der eine oder andere Umzugshelfer finden sollte MELDET EUCH! In unserer Strafkolonie Heldenarmee sind noch Plätze frei und für Pizza und Bier ist ja jetzt gesorgt.

AVENGERS ASSEMBLE!

Der Tool-Time-Gruß geht heute an die Exorzisten.

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