Sieben Tage… positiv denken.

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Positiv Denken

Schlechte Laune. Gut, hat jeder mal. Aber manchmal denke ich, ich habe mich mehrmals in die Schlange gestellt, als der liebe Gott die schlechte Laune verteilt hat.

Ich bin grumpig. Oft und gerne auch mal ohne Grund. Eine Zeit lang fand ich das sogar ganz ok, war irgendwie mein Ding. Aber jetzt, jetzt nervt es mich. Ich will mich nicht mehr von allem nerven lassen, zu jedem Pups direkt einen spitzen Kommentar auf der Zunge haben und schon gar nicht will ich noch mehr Tage in meinem selbstgebauten Schlechte-Laune-Kokon sitzen und alles doof finden.

Meine Generation, so scheint es mir, hat dem Zynismus zu einem neuen Hoch verholfen. Etwas öffentlich gut finden? Verpönt. Meine twitter-Timeline besteht an manchen Tagen fast ausschließlich aus bösartigen, beissenden Bemerkungen zum großen und kleinen Weltgeschehen. Wenn dann doch mal jemand kommt, der bei einigen große Begeisterung hervor ruft, ist die ‚Ach, ist doch alles dumm und blöd und überhaupt‘-Front nicht weit. Wir nehmen nichts ernst, ausser uns selbst, und unsere schlechte Laune tragen wir wie eine Auszeichnung mit uns rum.

Ich habe da keine Lust mehr drauf. Darum versuche ich, mich zu ändern.

Meine fiesen Kommentare will ich mir sparen, komplett. Also, auch die fiesen Kommentare in meinem Kopf.
Ihr das sicher alle: Wenn man jemanden sieht, der auffallend ‚anders‘ ist – dicker, dünner, größer, kleiner ungepflegter, bunter, lauter, seltsamer als man es gewohnt ist – dann kommt einem doch ganz schnell eine spitze Bemerkung in den Sinn. Weil wir gut erzogen sind, behalten wir das dann für uns. Aber trotzdem haben wir Zeit und Energie darauf verschwendet, schlecht über jemand anderes zu urteilen.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich fühle mich dadurch kein bisschen besser und könnte da gut drauf verzichten.

Genauso, wie ich auf die Tage verzichten könnte, an denen ich meine schlechte Laune einfach als gegeben hinnehme und beschließe, mich mit ihr in eine einsame Ecke zu verkrümeln und zu warten, bis der Tag vorbei ist. Hinterher bin ich dann sauer, weil ich einen ganzen Tag verplempert habe und das hilft nun wirklich mal überhaupt nicht gegen Übellaunigkeit. Es ist ein Teufelskreis.

Für die vergangene Woche lautete mein Vorsatz also: Positiv denken. Sowohl über andere, als auch für mich selbst.
Und ich glaube, das hat geklappt. Ein bisschen. Auch wenn ich an einigen Tagen mit schlechter Laune aufgewacht bin habe ich meinen Prachthintern unter die Dusche geschleppt, gefrühstückt und bin mit dem Hund raus gegangen. Und unterwegs habe ich mich bemüht, nicht zu jedem, der irgendwie ’negativ‘ auffiel, gleich einen blöden Kommentar auf der Zunge zu haben. Durchatmen, weiter gehen.

Was natürlich besonders geholfen hat, war die Entdeckung eines neuen, gute Laune bereitenden Hobbies: Gärtnern. Für mich bedeutet unser Garten momentan vor allem ganz viel Vorfreude. Vorfreude auf das was da wächst, aber auch auf das, was ich da alles so tun kann. Wenn die Hände beschäftigt sind hat der Kopf mal Pause. Das macht mir wirklich gute Laune.

Was diesen Vorsatz angeht will ich also weiter am Ball bleiben. Für diese Woche steht aber etwas ganz anderes auf meinem Programm: Vernünftig essen. Keine Unmengen an Süßkram. Kein Lieferservice. Kein Burgerbudenmenü. Warum, wieso, weshalb und wie es geklappt erzähle ich dann wie gewohnt am nächsten Montag!

Edit: Wer das Wort ‚grumpig‘ nicht kennt, kennt wohl auch die Wise Guys nicht. Ohrwurm? Hier klicken. Bittesehr.

Kommentare 4

  1. Toller Artikel.
    Ich finde MICH nicht darin wieder.
    Ich bin ja eher die Ruhe selbst und kann oftmals -LEIDER!!!- auch in begründeten Fällen nicht so richtig negativ denken. DAS sollte ich mir abgewöhnen und öfter mal „Legt euch gehackt, ihr dummen Säcke“ sagen, statt „Ach, mir doch egal. Was soll ich mich über sowas aufregen.“
    Also quasi genau das Gegenteil wagen. Aber ist das so leicht? Sind Menschen nicht, wie sie sind?
    Gerne auch voller Macken, die nicht so einfach ablegbar sind.
    Ich glaube, das ist garnicht soooo leicht. Wie du auch sagst „Ein bisschen ist es gelungen“. Ich bin gespannt, ob ich mal mehr aus mir rauskomme und dann auch mal mit Schimpfwörtern und Lästereien um mich haue, dass allen die Ohren schlackern.
    Bei der Vorstellung muss ich lachen 😀

    Liebe Grüße
    Heidi

    • Einfach ablegen ist nich drin, da haste Recht. Aber an sich arbeiten, das ist täte so einigen gut. Und da fange ich doch einfach mal bei mir selber an.
      Obwohl ich dir grade eigentlich nur sagen will: Bitte, bleib wie du bist. Bist ’ne Gute!

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