Minisommer. Once more, with feeling.

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Hummel im Sommerflieder

Nachdem ich mich schon (nicht unzufrieden) auf einen frühen Herbst eigestellt hatte, kam der Sommer doch noch mal zurück. Mit Pauken und Trompeten, als wolle er innerhalb weniger Tage seine wochenlange Abwesenheit wett machen.

Nachdem die warmen Pullover bereits wieder Einzug in meinen Kleiderschrank gehalten haben und mein Appetit auf Kürbissuppe und Apfelkuchen größer ist, als meine Lust auf Eis, fiel es mir zunächst schwer, den Wetterbericht zu akzeptieren. Wie soll ich Hitze und sengende Sonne genießen, wenn meine Füße schon in kuscheligen Wollsocken steckten und die Aussicht auf Regentage mich mit dem Versprechen von Gemütlichkeit lockte?

Rosmarin

Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Ich mag den Sommer, ebensosehr wie ich zumindest zu Beginn jede andere Jahreszeit mag. Doch schon in der ersten Nacht, in der ich vor lauter Schwitzen nicht schlafen kann, wächst in mir die Vorfreude auf kühlere Zeiten.

Der Sommer ist schön, doch ist er auch klebrig und anstrengend und selten habe ich so viel Nichtsanzuziehen wie zwischen Mitte Juni und Anfang September. Ich muss ständig den Schatten folgen, um trotz Sonnencreme nicht als Parodie eines gekochten Hummers zu enden (und Sonnencreme ist klebrig, egal was auf dem Etikett steht). Meine Beine reiben und kleben aneinander. Der öffentliche Nahverkehr ist noch unangenehmer als das restliche Jahr über. Und Klimaanlagenluft ist auch keine Lösung.

Hund döst im Schatten

(Der Hund ist ganz meiner Meinung, übrigens.)

Womit kann ich mich nun vom Sofa wieder in den Garten locken? Ich bin der festen Überzeugung, dass allein der Versuch, alles von der guten Seite zu sehen, in der Lage ist, Berge zu versetzen. (In Wahrheit versetzt diese Methode gar nicht den Berg, sondern einen selbst. Durch die neue Perspektive sieht das dann einfach aus, als wäre der Berg plötzlich woanders. Trick 17.)

Und wie sieht sie aus, die gute Seite des Sommers? Eigentlich gar nicht mal so übel. Man (also, ich) vergisst vor lauter schwitzen und kleben bloß schnell, genau hinzugucken. Und weil ich da dieses unerklärliche Faible für Listen habe, habe ich mir (und allen andere, die eine kleine Sommer-Berg-Versetzung brauchen können) eine kleine Aufzählung der Sommerschönheiten zusammengetragen:

+ Grillabende
+ der Soundtrack zu Habana Blues (und der Film sowieso)
+ Siesta in der Hängematte
+ Lesen in der Hängematte
+ kaltes Bier trinken in der Hängematte
+ die Hängematte an und für sich
+ kaltes Bier and und für sich
+ frisch gepresster Orangensaft mit Minze und Eiswürfel
+ gegrilltes Zitronenhuhn
+ überhaupt: alles schmeckt besser vom Grill (und in der Hängematte)
+ Fledermäuse als Begleitung auf der abendlichen Gassirunde
(wobei wir kürzlich Abends auf unserem Spaziergang einen dicken Igel trafen, das war eigentlich genauso gut)
+ Newtons Kampf mit dem Rasensprenger
+ barfuß laufen
+ den ganzen Tag keine Hose tragen (und nein, auch keinen Rock – #schlüpperbande)
+ den ganzen die Gartentür offen lassen
+ Erbeeren und Himbeeren und Aprikosen
+ Schokoladeneis (mit Sahne, natürlich)
+ sonnengetrocknete Wäsche

Und jetzt bin ich fast erstaunt, dass mir auf Anhieb so viel eingefallen ist. Aber nur fast. Denn offensichtlich kann ich bei einfach jedem Wetter ausgesprochen gut rumliegen und essen.

Genießt den Sommer, so lange er noch anhält! Alles andere wäre Zeitverschwendung.

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  1. Ein Garten mit Hängematte und Rasensprenger wünsche ich mir auch. Bis dahin tut’s das Babyplantschbecken auf dem Balkon, denke ich 😀
    Liebste Sommergrüße zur dir!

    PS: Ich habe grade heute noch zu meinem Mann gesagt, dass ich mich schon auf den ersten kühlen, aber sonnigen Herbsttag freue, an dem ich in dicken Strick eingehüllt Walnüsse und Kürbis auf dem Markt einkaufen werde 😀

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