Manchmal möchte ich ’ne Bombe sein…

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…und einfach explodier’n!

Bombe-sein

Öfter, als ich es zugeben möchte, kommen mir Lieder von den Prinzen in den Kopf. In letzter Zeit vor allem eines: Bombe.
Vielleicht liegt es am Wetter, vielleicht stehen momentan die Sterne irgendwie beschissen, vielleicht habe ich als Kind auch einfach zu oft Musik von den Prinzen gehört. Jedenfalls ist mein Geduldsfaden, meine „Noch ein Wort und ich reiss dir dein Gesicht ab“-Lunte, verdammt kurz.
Keine Sorge, ich reisse nicht wirklich Gesichter ab, und explodiert bin ich bisher auch nicht, aber momentan möchte ich oft gerne einfach

platzen und laut knall’n.

Wenn zum Beispiel wieder jemand beim Einsteigen in den Bus drängelt, nur um den besten Platz zu bekommen. Wenn ich mit dem Hund einen Salto vorwärts machen muss, um auf dem Zebrastreifen nicht überfahren zu werden. Wenn einer seinen Müll neben den Mülleimer wirft. Wenn die Nachbarskinder wieder Stöckchen für den Hund in den Garten werfen. Wenn ich Blogs sehe, auf denen alles nur geklaut (eo, eo!) ist. Oder auch nur geliehen. Mal im Ernst, selbst wenn ihr eure „Inspiration“ immer brav verlinkt, lasst euch doch einfach mal selber was einfallen!
Ich möchte explodieren, wenn ich vom Kundenservice eines Onlineshops alles bekomme, nur nicht, was ich brauche. Wenn mein Festplattenrecorder den Anfang oder das Ende einer Aufnahme abgeschnitten hat. Wenn Großfamilien Samstags mit Kind und Kegel und Kinderwagen den Betrieb im Supermarkt aufhalten (Kann nicht einer solange mit den Kindern auf den Spielplatz gehen? Und nein, ich rede nicht von Alleinerziehenden.). Wenn Autofahrer nicht blinken. Wenn der Pizzamann die Kräuterbutter vergisst. Wenn einer gemein zu anderen Menschen ist. Wenn Leute sich an der Kasse vordrängeln.

Angeber und Nachmacher und Dummköpfe. Drängler und mein Sparkassensachbearbeiter. Die alle machen es mir momentan verdammt schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Vielleicht ist es total gut, dass ich dieses Stadium jetzt schon erreiche. Und nicht erst im Dezember, wenn gefühlt jeder eine kleine, vorweihnachtliche Bombe ist. So kann ich noch ein bisschen nach meiner inneren Mitte fahnden, bis dass ich im Advent zwischen vielen Menschen auf Weihnachtsmärkten stehe und überhaupt alles mal wieder total stressig wird, wo es doch so besinnlich sein sollte. Vielleicht bin ich bis dahin schon total Zen. Oder explodiert. Wir werden sehen.

Kennt ihr das? Wenn man so dünnhäutig ist und beim kleinsten Anlass wie ein HB Männchen unter die Decke gehen will? Ich halte mich momentan strikt an mein „Wenn du nichts nettes zu sagen hast, sag gar nichts“-Gebot und hüpfe dann später im stillen Kämmerlein wie Rumpelstilzchen umher und schimpfe wie ein Seemann.
Wie kommt ihr wieder runter? Mit Yoga? Bachblüten-SOS-Tropfen? Meditation zu Walgesängen? Oder lasst ihr einfach alles raus?

…und alles was nicht stimmt würde auseinander fall’n.

Kommentare 5

  1. Ich kenne das gut. Und leider hasse ich mich manchmal dafür, aber es muss halt raus. Genau bei solchen Sachen, wie Du sie beschreibst. Rücksichtslosigkeit, Arschigkeit, Kackheit und Dummheit – das sind oft so schlimme Trigger. Let’s explode, Sugar :-*

  2. Ich halte es dann auch oft mit der Stillen-Kammer-Explosion. Vielleicht wäre die Meditation zu Walgesängen befriedigender 😀

    Jedenfalls brauche ich dann Zeit, um mich ALLEINE zu ärgern, damit nicht andere die schlechte-Laune-Explosion abbekommen.

    Kann ich dich also sehr gut verstehen, bei fast allen angesprochenen Punkten! 🙂

  3. Ich träume davon Sachen kaputt zu machen… mal einen Tag auf dem Schrottplatz Autos vermöbeln oder so. Ich frage mich, ob rauslassen nicht gesünder ist, als reinfressen und zuhause ärgern. Vermutlich wäre ich dann schon längst meinen Job los und hätte an vielen Orten Hausverbot 😀
    In diesem Sinne: ein friedliches Wochenende (und einfach mal ins Kopfkissen schreien) :*

  4. Wenn ich mich über Andere (Fremde) ärgere, lass ich das meistens raus. Je näher mir Menschen stehen, desto mehr halte ich mich jedoch zurück.
    Mein Highlight sind in letzter Zeit Taschenkontrollen an der Kasse bei unserem EDEKA. Boah, da flipp ich regelrecht aus, wenn die versuchen die Leute für blöd zu verkaufen – und die meisten auch noch drauf reinfallen und denken, dass sie ihre Tasche zeigen müssen. Ich hab grad schon wieder Puls, kehr, kehr, kehr!

  5. Kenne dieses Gefühl nur zu gut, heute morgen beispielsweise stand ich im Stau, was sonst eher die Ausnahme ist und dann wenn es weiter geht, schleicht der vor fröhlich weiter. Hätte ich nicht gerade heute Zeitdruck gehabt, wäre es mir ja noch recht egal gewesen, aber so brachte es mich ziemlich auf die Palme. Im Auto kann ich ja zum Glück ungehört fluchen und meinem Ärger Luft machen, das ist für mich der beste Weg, schnell wieder runter zu kommen. Wenn das nicht geht, lasse ich diesen beim Sport raus, mache zweimal die Woche Tae Bo, da kann man beim Boxen sich die Situation vorstellen und alles geben. Glücklicherweise bin ich die letzte Zeit insgesamt gelassener und ausgeglichener, dass mich nicht mehr jede Kleinigkeit aufregt. Das ist auch ein Weg. Wenn alle Stricke reißen lege ich rockige oder noch „härtere“ Musik auf und lass die Interpreten für mich brüllen, das entspannt ungemein.

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