Lieblinge. // Capsule Wardrobe.

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Lieblinge-Capsule-Wardrobe

Schon im letzten Herbst verkündete ich hier im Rahmen meiner Ich will weniger – Reihe, auch den Inhalt meines Kleiderschranks minimieren zu wollen.

So groß der Wunsch nach einem Leben, das mit dem Nötigsten auskommt, auch ist, muss ich mir eingestehen, dass mir das Zeug zum Minimalisten fehlt. Haha. Genauer gesagt fehlt es mir ja nicht, sondern ich habe zuviel davon und das wirklich gern.
Natürlich hat die Auseinandersetzung mit dem Thema ihre Wirkung nicht verfehlt. Ich bin so gut im Ausmisten wie ich es noch nie zuvor in meinem Leben war. Während ich früher jeden kleinsten Schnipsel gehortet habe (könnte man ja noch mal brauchen), bin ich heute wirklich gut im Entsorgen. Und tatsächlich auch bedächtiger, was Anschaffungen angeht. Besitzen tu ich aber dennoch ganz schön viel und das meiste davon ist zu nichts weiter gut, als mir ein gutes Gefühl zu geben. Ich habe beschlossen, dass das absolut in Ordnung ist. Nicht jeder muss in weißen Räumen mit kahlen Wänden und reduzierter Einrichtung leben.

Was mich aber ganz und gar nicht los lässt, das ist mein Kleiderschrank. Zwar habe ich mich schon im letzten Jahr vor unserem Umzug von unzähligen Dingen getrennt, vieles ist aber ehrlich gesagt auch einfach in die Ach, das passt mir bald bestimmt wieder/ das trage ich dann im Sommer/ da hängen so viele Erinnerungen dran – Kiste(n) gewandert.
Und diese Kisten standen jetzt fast ein ganzes Jahr unberührt im Keller.
Obendrein habe ich, trotz besseren Wissens und guter Absichten, den einen oder anderen Fehlkauf auch in diesem Jahr nicht vermeiden können (Ein Tanktop mit Wasserfallauschnitt? War ich betrunken?!).

Auftritt Internet. Auf verschiedenen Blogs tauchte in letzter Zeit immer häufiger ein Konzept auf, das mich schon letztes Jahr fesselte: Die sogenannte Capsule Wardrobe.
Im Grunde geht es dabei darum, mit einer sehr begrenzten Anzahl an Kleidungsstücken aus zu kommen. Die eigene Garderobe auf ihre Essenz zu konzentrieren, quasi.
Die „Regeln“, nach denen man sich so eine Capsule Wardrobe zusammenstellt, unterscheiden sich leicht von Kleiderschrank zu Kleiderschrank. Ob man sich jetzt auf 30 oder 70 Teile beschränkt hängt ja auch ein bisschen vom jeweiligen Lebensstil ab. Ganz Strenge zählen zu ihrer Garderobenessenz neben Jacken, Handtaschen und Schuhen auch ihre Sportbekleidung, ihre Pyjamas und ihren Schmuck. Andere legen sich zwei Garderoben an: eine für die Arbeit und eine für ihre Freizeit.
Aber alle haben eines gemeinsam: Jedes Teil ist sorgfältig ausgewählt und für eine gewisse Zeitspanne (zum Beispiel eine Jahreszeit) stehen einem nur eben jene Auserwählten zur Verfügung. Kein Lust- und Frustshoppen. Keine Impulskäufe. Und, wenn man es geschafft hat sich eine funktionierende Capsule Wardrobe zusammenzustellen, kein Kleiderschrank voll Nichts Anzuziehen mehr. Ziemlich toll, oder?

Für alle, die sich übers Wochenende eingehender damit auseinander setzten wollen, kommen hier meine liebsten Blogs rund ums Thema:

+ Projekt 333: Soweit ich weiß, einer der ersten Capsule Wardrobe-Blogs und mit der Vorgabe von 33 Teilen für 3 Monate (inklusive Accessoires!) ein eher strenger Vertreter der Idee. Aber die Community rund um Projekt 333 ist riesig und man findet viele Gleichgesinnte, die gerne mit guten Tipps über anfängliche Unsicherheiten hinweghelfen.
+ INTO MIND: Auf dieser Seite habe ich schon die eine oder andere Stunde verbracht. Mit einer ansprechenden Ästhetik, gut geschriebenen Texten und vielen hilfreichen Anregungen so etwas wie eine kleine Capsule Wardrobe Bibel.
+ Un-Fancy: Mit 37 Kleidungsstücken und sichtbar viel Freude stellt Caroline auf ihrem Blog nicht nur vier mal im Jahr ihre aktuelle Capsule Wardrobe vor, sondern zeigt Saison für Saison eine ganze Menge Outfits, die sie aus ihrer Minimal-Garderobe zusammenstellt. Ich liebe ihre Pinterest-Boards!

Keine reinen „Mode“-Blogs, die sich aber aktuell auch mit dem Thema befassen:

+ Hey Natalie Jean: Ich würde Natalie gerne die gesamte Garderobe mopsen. Der Jeans und T-Shirt Himmel.
+ Reading My Tea Leaves: Erin Boyle lebt mit ihrer Familie in einer winzigen Wohnung in New York und darum weiß sie auch, wie man aus ziemlich wenig ganz viel machen kann.

Und wer jetzt glaubt, dass ich hier bald auch etwas über meine eigene Capsule Wardrobe, meine Garderobenreduktion erzähle, der hat natürlich absolut Recht.

Wie sieht es in euren Kleiderschränken aus? Wegen Überfüllung geschlossen? Oder kommt ihr mit einer überschaubaren Anzahl an Kleidungsstücken aus? So viel verrate ich schon mal: Meine Garderobe umfasst, Accessoires und Sport-/Schlafsachen (sowie Unterwäsche, aber das ist hoffentlich klar) nicht mitgezählt, keine 50 Teile mehr.

Kommentare 6

  1. Hahaha,

    genau das Thema steht bei mir auch an:

    Eine Woche, eine Mission, wird die neue Reihe heissen.
    Ich habe diese Woche damit angefangen nicht zu shoppen, denn – du ahnst es schon – ich habe viel zu viel.

    Du darfst auf die nächsten Wochen und „Eine Woche, eine Mission“ gespannt sein 😉

  2. Mein ist ganz klar wegen Überfüllung geschlossen.
    Ich nutzte Aber eh nur , ich schätze, 20-30 Sachen. Aber hab Hunderte in der Kategorie: da Pass ich wieder rein iiiiiirgendwann.
    Was macht ihr denn mit den Sachen die echt Weg können?

    Man ! Ich bin zu faul auszumisten… Gibt’s da nen Trick?

    • Dem Ausmisten an sich will ich am Wochenende einen ganz eigenen Post widmen.
      Ich komme aber auch gerne vorbei und helfe dir dabei! 😉

      Alles was weg kann (ja, auch die Sachen in die du iiiiirgendwann wieder rein passen könntest 😉 ), kanst du entweder auf Kleiderkreisel einstellen, zum Flohmarkt bringen oder an gemeinnützige Organisationen abgeben. Ich werde einen ganzen Teil zum Beispiel demnächst zur Wattenscheider Tafel bringen. Doch auch die Diakonie, Frauenhäuser und Projekte, die Flüchtlingen helfen, freuen sich über Kleiderspenden.

      • Pascal hat so einen öffentlichen Kleiderschrank gefunden in der Stadt wo auch Food Sharing gemacht wird.
        Dann werde doch bitte meine schrank elfe

        • Boah, das mit dem öffentlichen Schrank ist ja eine super Idee!
          Die Schrankelfe gebe ich dir mit Vergnügen 🙂

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