Das Gartengemetzel: Aller Anfang ist Blutwurst

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Hätte mir vor zehn Jahren einer gesagt, dass ich mal Glückseligkeit in Gartenarbeit finden würde, ich hätte ihn furchtbar laut ausgelacht. Gartenarbeit, das war immer etwas, wozu Mama mich und meine Brüder verdonnert hat. „Du hilfst mir gleich im Garten. Komm. Nur ein Stündchen.„, so oder so ähnlich hat sie es immer gesagt. Genauso gut hätte sie sagen können: „Du lässt dir jetzt alle Zähne ziehen. Komm. Nur ein bisschen.„. Wir haben die Gartenarbeit gehasst.

Jetzt ist es aber nunmal so, dass ich seit Spätherbst letzten Jahres selbst einen kleinen Garten habe. Und der bietet jede Menge Arbeit.
Als ehemaliger Gartenarbeitsverweigerer ist das, und ist unser Gärtchen auch noch so winzig, so oder so ’ne ziemliche Hausnummer.
Ich habe null Ahnung. Ich sehe immerhin, dass so einiges nicht ganz in Ordnung sein kann. Da sind Löcher im Rasen (Danke, Newton!), die Hecke wird braun, Pflanzen stehen komisch zusammengewürfelt an komischen Plätzen und irgendwie sieht alles ein wenig… aus der Form geraten aus.

Gestern habe ich dann zum ersten Mal zugepackt. Ich war das Den-Garten-anstarren-und-nicht-wissen-was-ich-tun-soll leid und habe einfach an einer Ecke angefangen. Ich wusste zwar noch nicht, was da mal wachsen soll, aber dass das, was da wuchs, mir so absolut nicht in den Kram passt, das wusste ich.

Hausecke-vorher

So sah besagte Ecke aus, als wir im Juli letzen Jahres das Haus zum ersten mal sahen. Ein Feuerdorn, daneben Lavendel und auf der anderen Seite irgendetwas, das ich nicht kenne. Und auch nicht besonders schön finde.

Was auf obigem Bild noch so spielerisch anmutet wurde seit dem ebenjenes Bild gemacht wurde jedoch sich selbst überlassen. Unsere Vorgänger wussten, dass sie hier ausziehen und haben den Garten Garten sein lassen (nicht ganz, sie haben noch alles ausgebuddelt, was sie in ihr neues Domizil mitzunehmen gedachten…).
Der Feuerdorn hatte in den letzen Monaten ordentlich an Größe zugelegt und schmiss seine Ranken kreuz und quer, am liebsten demjenigen in’s Gesicht, der um die Hausecke kam. Den Lavendel hatte er überwuchert und das Rankgitter steht seit Xaver im Gartenhaus, das hat’s rausgerissen. In meinem Eifer habe ich gestern völlig vergessen, ein aktuelles ‚vorher‘ Bild zu knpisen. Ich denke aber, ihr könnt euch das Grauen vorstellen.

Gestern also hat’s mich gepackt. Das Ziel war schnell klar: Der Feuerdorn muss raus. Egal wie. Also habe ich mich mit einer pisseligen Blumenschere und einer Säge an die Arbeit gemacht.
Das richtige Werkzeug zum Gärtnern habe ich definitiv noch nicht, aber genügend Arbeitseifer macht mangelnde Ausrüstung manchmal wett.

Gute Zwei Stunden später sah das ganze dann so aus:

Hausecke-mittendrin

Den Kerzenhalter habe ich nicht etwa schnell selbst aufgehangen, der kam unter dem Feuerdorn zum Vorschein. Ich find den da sogar irgendwie ganz hübsch, der darf also bleiben.
Den Lavendel habe ich ganz weit zurück geschnitten, ich denke mal, das kann der ab. Der soll aber eh noch umgesetzt werden und Verstärkung bekommen.
Der Feuerdorn ist jetzt Kleinholz und wartet im Gartenhäuschen darauf, dass wir ihn zur Deponie bringen. Meine Hände sind nach zwei Stunden Gerangel mit den fiesesten Dornen ever, ever, ever nur noch blutige Fetzen. Da war dann nichtmal mehr Unkraut rausrupfen drin. Und die Wurzel von diesem dämlichen Dornenviech habe ich auch nicht rausgekriegt, da muss am Wochenende mein Mann ran (Feminismus olé!).

Trotz arg verschrammter Hände und Restwurzel bin ich unerwartet glücklich. Das werkeln hat mir Spaß gemacht. So richtig. Hätte ich früher nie gedacht. Und wer mich schon länger kennt, hätte das auch nicht unbedingt für möglich gehalten.

Grade hat’s geklingelt und mein DHL-Bote (der netteste und beste DHL Mann ever, ever, ever) hat mir meine Amazon Bestellung gebracht: Ein Grundlagen-Gartenbuch und eines, über Obst- und Gemüseanbau im eigenen Garten. Ich will im März so richtig loslegen und muss mir vorher noch so einiges anlesen. Deshalb fallen die beiden Bücher auch nicht unter mein Februar-Shopping-Verbot, die sind nämlich bitter nötig.

Am Wochenende werde ich weiter Rausreißen und umräumen im Garten. Ein paar Platten verlegen, so Sachen eben, für die man nicht all zu viel Ahnung haben muss. Und Lesen werde ich. Dann kann ich ganz bald anfangen, neues zu pflanzen. Wie ich mein Glück kenne kriegen wir einen total verspäteten, heftigen Wintereinbruch und alles, was ich gepflanzt habe, geht ein. Oder sollte man eh bis spät im Frühjahr warten mit dem Einpflanzen? Seht ihr, ich habe keinen blassen Schimmer, was ich hier tue. Und kann mir einer sagen, warum unsere Hecke so braun ist? Ist das der Winter? Muss die einfach mal geschnitten werden? Uns wurde gesagt, die hätte im Herbst geschnitten werden sollen, aber da hatten wir keine Gelegenheit dazu.
Wenn ihr gute Ratschläge und kluge Bauernweisheiten für mich habt – immer her damit!

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  1. Hallo,
    ja das Problem kenne ich, dass man sich erst einmal einlesen muss :).
    Zum Glück kommt mit der Zeit aber auch die Erfahrung und das Wissen.
    Beim Lavendel hast du alles richtig gemacht. Der muss alle paar Jahre gut zurück geschnitten werden, damit er von unten her nicht verholzt und weiterhin kompakt und buschig wächst.
    Soll der Feuerdorn wieder neu wachsen oder nicht mehr? So wie es auf dem Bild aussieht, hast du ihn nur gestutzt und nicht komplett ausgebuddelt. Daher wird er wohl im Frühjahr wieder neu austreiben.
    Weißt du, was genau du für eine Hecke hast, welche jetzt langsam braun geworden ist?
    Falls nicht würde mir eine gute Nahaufnahme vielleicht schon mehr sagen. Dann kann ich auch etwas dazu aussagen, ob das mit der Braunfärbung gesund ist :).
    Mathias

    • Hallo Mathias, danke für deine Antwort!
      Der arme Lavendel sieht schon sehr holzig und krumm aus. Ich bin gespannt, was mit dem noch passiert.
      Der Feuerdorn soll ganz weg, ich finde ihn weder schön, noch nützlich. Leider habe ich momentan nur sehr bescheidenes Werkzeug und der alte, stumpfe Spaten, den ich im Gartenhaus gefunden habe, hat einfach nicht gereicht. Oder ich bin zu schwach. Kann auch gut sein.
      Über die Hecke weiß ich leider gar nichts, ich bin wirklich ein völliger Garten-Neuling. Werde dann bald mal eine Nahaufnahme hier posten, vielleicht kannst du mir ja wirklich weiter helfen.
      Bis dahin!

  2. Erstmal RESPEKT…ich hasse Gartenarbeit noch immer. Dann folgende Feststellungen:

    1. Der Bücherkauf fällt doch unter das Shopping Verbot da die Grundlageninformationen auch bequem kostenlos im Netz zu erhalten sind.

    2. Ist das Bücher lesen wieder ein Vorsatz?

    3. Auf der Suche nach was adäquatem für die Wurzeln hättest du Kontakt zu deinen Nachbarn aufnehmen können. Die haben oft Spaten und auf jeden Fall Ratschläge die man nicht braucht.

    4. Die Hecke gehört so. Wo kämen wir denn hin wenn die nicht auch mal ne schlechte Phase haben darf.

    5. Versuch am besten zuerst Tomaten. Die sind lecker und ich hab gehört einfach zu züchten. Aber die brauchen Sonnenlicht!

    6. Wenn du bald keine Lust mehr auf Garten hast, wovon ich schwer ausgehe, Rasen Pflanzen, denn Rasen mähen wird wohl der Hausherr müssen. Wahlweise empfehle ich die Anschaffung eines Schafes.

    Ich bin mir sicher, du machst das schon.

    • MiKuh, das Schaf kriege ich dann zum Geburtstag, ja? Tomaten kommen auf jeden Fall, aber dafür muss es wärmer sein. Jetzt wird hier gebuddelt!

  3. Hallo,
    ich kann Miku nicht verstehen, da ich liebend gerne Gartenarbeit mache. Dafür habe ich mir ja auch schließlich ein Haus mit großem Garten geholt. Sonst hätte eine Wohnung in ner Stadt auch ausgereicht :).
    Ansonsten bin ich eher skeptisch bei der Aussage, dass die Hecke auch braun sein darf. Bei manchen Pflanzen ist das ok aber die meisten Heckenpflanzen, die so ähnlich aussehen sollten nicht braun werden.
    Bin daher auf die genaueren Bilder gespannt :).
    Der Spaß im Garten kommt spätestens, wenn die ersten selbst gepflanzen oder gepflegten Pflanzen super wachsen und blühen und sobald das erste Obst und Gemüse geerntet wird. Schmeckt einfach immer super :).
    LG
    Mathias

    • Du, ich verstehe den Mikuh sehr gut, musste er früher doch auch immer unfreiwillig zum Gartendienst antreten. Sollte er irgendwann mal ein Haus mit Garten haben, so wird er alles betonieren und grün streichen.
      Die Hecke macht mir wirklich etwas Sorgen, ohne sie kann nämlich die gesamte Nachbarschaft in unseren Garten gucken. Ich hoffe, das mit den Regenstürmen hier hat sich erledigt, dann wühle ich heute Nachmittag weiter und mache ein paar Bilder von dem armen Ding.
      Der Spaß ist bei mir jedenfalls da. Nach vielen Jahren in Innenstadtwohnungen ohne Balkon weiß man sogar Unkraut jäten zu schätzen.
      Liebe Grüße!

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