Januar. // Eins, zwei, Cha-Cha-Cha.

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Wer sagt eigentlich, dass man seine Neujahrsvorsätze schon am ersten Januar sofort in die Tat umsetzen muss? In Perfektion und ohne Straucheln?

Mit den meisten Vorsätzen bezweckt man ja zunächst mal eines: Veränderung. Und sich zu ändern, das leuchtet doch ein, geht nicht einfach so über Nacht. Das ist ein Prozess. Ein Weg, auf den man sich begibt. Einer mit Höhen und Tiefen. Ein paar Schritte voran, ein kleiner Schritt zurück. Vielleicht auch mal ein bisschen hinfallen.

Wer mit dem Rauchen aufhören will, der erleidet vielleicht einen kleinen Rückfall. Oder zwei, drei. Wer abnehmen will, der kann nicht damit rechnen, dass die Waage Tag um Tag immer weniger anzeigt, da kann auch mal was stagnieren. Oder man nimmt vielleicht auch noch mal ein wenig zu. Wer weniger fernsehen will, der landet nach einem besonders doofen Tag doch wieder mit Friends und den Simpsons auf dem Sofa. Und wer lernen will, Gitarre zu spielen, der lässt das Üben an einigen Tagen vielleicht ausfallen, weil die Finger weh tun. Aber deswegen die ganzen guten Vorsätze direkt in die Tonne treten?

Scheitern gehört dazu, wenn man etwas ändern will. Doch anstatt sich davon ins Bockshorn jagen zu lassen, sollte man die Gelegenheit nutzen. Denn eigentlich ist Scheitern ja auch was Gutes. Also, irgendwie. Wenn was schief geht, dann haben wir zumindest schon mal gelernt, wie etwas nicht funktioniert. Und lernen ist ja immer gut. Dann können wir die Dinge verbessern und es erneut versuchen. Das Wenigste ist von Anfang an optimal. Und um etwas zu optimieren, muss man ein wenig rumprobieren, austesten, was einen weiter bringt. Und was nicht.

Vielleicht sollten wir Rückschritte einfach als Teil eines flotten Cha-Cha-Chas betrachten.

Nachdem im Dezember gefühlt alles durcheinander geraten und zum erliegen gekommen ist, gönne ich mir den Januar also nun, um mich im Tanz mit meinem Vorankommen zu üben. Die großen und kleinen Vorhaben, an denen ich bisher gescheitert bin, brauchen einfach noch ein bisschen Optimierung, damit sie gut laufen.

Diesen Monat experimentiere ich halt ein wenig. Um endlich fitter zu werden, probiere ich nicht nur verschiedene Sportarten aus, sondern teste auch verschiedene Möglichkeiten, sie in meinen Tag zu integrieren. Überhaupt: Im Advent und zwischen den Jahren ging mir jegliche Routine flöten. Nun nehme ich mir die Zeit und baue mir eine neue Routine, erschaffe neue Rituale und feile an meinem Tagesablauf, bis er mir perfekt passt.
Jaja, Routine ist voll langweilig und öfter mal was Neues und überhaupt. Aber ohne eine gewisse Regelmäßigkeit ist bei mir einfach total der Wurm drin. Da ist Scheitern dann kein Tanz mehr, sondern Vollzeitprogramm.

Man könnte also sagen, dass ich mir im Januar das Fundament baue, auf dem ich dieses Jahr mein Tanzparkett aufbringe und mich an neue Abenteuer wage. Denn neben meinen Vorsätzen für 2015 gäbe es zwei, drei Projekte, die schon viel zu lange darauf warten, in die Tat umgesetzt zu werden. Weil mir bisher einfach ein bisschen der Mut fehlte, sie endlich zum Tanz aufzufordern.

Wagt ihr euch mit mir auf die Tanzfläche? Zwei Schritte vor, ein kleiner zurück und Dreeeehung! Kopf hoch, Lächeln nicht vergessen und Cha-Cha-Cha.

Kommentare 5

  1. Ich steig ein! Lass uns doch eine Polonaise machen und einfach mal auf Choreographien scheißen. Und dann im Takt (oder auch leicht daneben) durch das neue Jahr hüpfen.
    Ich hab über die Feiertage auch jegliche Regeln über Bord geworfen und erarbeite mir jetzt mühsam eine neue Routine. Aber dafür sind neue Jahre ja auch da. Ich freu mich drauf. 🙂

  2. Ein sehr schöner Text und sehr wahre Worte! Ich habe mir zwar direkt keine richtigen Vorsätze gemacht, aber ich hab mir irgendwie schon was vorgenommen: den Balkon mit Essbarem bepflanzen, wieder Pilates-Kurse besuchen und einem Chor beitreten. Ob alles zu gleicher Zeit klappt, weiß ich nicht, aber ich wage gerne mit dir den Tanz und verzage nicht, wenn es auch mal zwei Schritte zurück geht.

    In diesem Sinne noch ein Frohes Neues Jahr!
    Liebe Grüße
    Melissa

  3. Hallo Ellen,

    ein schöner Vergleich mit dem Tanzen, so geht es mir auch gerade. Diese Woche ist schon halbwegs so, wie ich sie mir für den Rest des Jahres wünsche, aber so ganz in Tritt bin ich trotzdem noch nicht. Du hast recht, Veränderung kann man nur mit Beständigkeit schaffen, so von jetzt auf gleich klappt das sehr selten. Mal von den Plänen abzuweichen, macht es ja auch entspannter, als sich selbst zu stressen. Mir geht es aber in der Regel so wie dir, eine gewisse Routine ist schon wichtig. Fixpunkte auf die man sich freut helfen auch schwierige Dinge besser zu verpacken.

    Drücke dir nun die Daumen, dass du bald deinen Rhythmus findest. Vielleicht erzählst du von deinen Sporterfahrungen, ich selbst habe zwar meinen festen Kurs gefunden, dennoch würden mich Dinge wie Yoga und Co. auch mal reizen.

    Viele liebe Grüße, Silke

    • Hallo Silke!

      Ein, zwei Posts zu Sport und dergleichen sind tatsächlich in Planung 🙂

      Liebe Grüße,
      Ellen

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