Capsule Wardrobe. // Herbst und Winter 2014.

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Capsule-Wardrobe-Herbst14

47. So viele Teile soll meine Capsule Wardrobe umfassen.
Dazu zählen meine gesamte Oberbekleidung (inklusive meiner Jacken) und meine Schuhe. Nicht mitgezählt habe ich meine Unterwäsche (man kann nie genug saubere Schlüpper im Schrank haben), meine Band-Shirts (Hey, das sind Sammlerstücke!), meine Sport- und Schlafsachen, Handtaschen und Accessoires (irgendwie muss man ja Abwechslung rein bringen, nichwahr?). An diesem Punkt versichere ich jedoch, dass ich beim Ausmisten keineswegs vor diesen Bereichen meines Kleiderschrankes Halt gemacht habe. Adieu, löchrige Gammelhosen! Lebt wohl, zu kleine BHs!

Von den angestrebten 47 Teilen besitze ich bisher 43. Bevor ich mich im Klamotten-Kauf-Verzicht übe, strebe ich noch eine letzte Shoppingtour an. Auf meinem Einkaufszettel stehen ein Longsleeve, ein Paar Schuhe, ein Pullover und ein Kleid. Ausserdem brauche ich noch einen Wintermantel, den ich zu gegebener Zeit (also, sobald es richtig kalt wird) gegen meine Jeansjacke austausche.

Capsule-Wardrobe-Herbst14-Farbe

Was Farben angeht wird mein Kleiderschrank für die kommenden drei Monate deutlich von Grau und Schwarz dominiert. Da das allein selbst mir ein wenig zu trist wäre, dürfen auch noch ein paar Brauntöne mitspielen. Und weil ich momentan absolut nicht daran vorbei gehen kann: Dunkelblau. Man sollte es nicht meinen, aber diese Farbe sticht mir zur Zeit immer wieder ins Auge.

Wer meine Farbauswahl schon eintönig findet, der wird bei einem genaueren Blick in meinen Schrank wohl vor Langeweile sterben: Skinnyjeans, T-Shirts, Tanktops, Longsleeves, Strickjacken und schlichte Pullover. Eine Hand voll Blusen und zwei Röcke. Von letzteren stellt einer, ein Modell von Marc O’Polo mit Blau-Orangenen Wasserfarbklecksen, das einzig wirklich ‚auffällige‘ Kleidungsstück dar, das das große Ausmisten überlebt hat. Das liegt zum einen daran, dass ich mich mit meinen Tattoos und dem großen Hund schon auffällig genug finde. Zum anderen musste ich nach einem Blick auf meinen üblichen Tagesablauf eingestehen, dass es für mich ratsam ist, auf praktische Kleidung zu setzen, anstatt auf Protz und Prunk.

An den allermeisten Tagen arbeite ich vom Sofa aus, gehe mit dem Hund raus, krame ein bisschen in Haus und Garten, laufe kurz zum Supermarkt und halte beim Müllrausbringen einen Plausch mit den Nachbarn. Darüber hinaus gehe ich ab und an noch einen Kaffee trinken oder was essen. Dabei verschlägt es mich jedoch in den seltensten Fällen in noble Etablissements. Auch Familienfeiern und ähnliches verlangen bei uns selten nach Frack und Abendkleid.
Mit Jeans und T-Shirt bin ich also bestens für meinen Alltag gerüstet. Mit Longsleeves, Pullovern, Hemden und Strickjacken kann ich super nach dem Zwiebelprinzip arbeiten: Zuhause, mit Tee auf dem Sofa, reichen ein bis zwei Lagen. Gehe ich mit dem Hund raus oder zum Einkaufen kann ich, je nach Wetter, noch ein paar Schichten drüber werfen.
Dank schlichter Boots behalte ich draussen trockene Füße (eine Fleece-Einlegesohle im Winter hält zusätzlich warm), muss mich nicht lange mit Schuhe schnüren aufhalten und gehe auf flachen Sohlen sicher durch die Welt. Für alles, was nach mehr verlangt, reicht mir ein Paar ‚Hohe Hacken‚. Und wenn ich ehrlich bin, ist sogar das eigentlich noch zu viel. Ich bin halt ein Boots und Turnschuh Mädchen.

Capsule-Schmuck-Herbst14

Auch, wenn ich mir bei Accessoires die volle Auswahl einräume, greife ich die meiste Zeit doch zu den selben fünf Stücken. Neben meinem Ehering sind das zwei weitere Ringe, eine Armbanduhr (alles Geschenke von meinem Mann) und ein schmales Lederarmband (ein Geschenk von Nina). Für besondere Anlässe habe ich immer noch meine volle Schatztruhe, aus deren Tiefen ich ratzfatz diversen Klimbim ziehen kann. Für meinen Alltag haben sich meine fünf Favoriten jedoch sowohl als schön, wie auch als praktisch erwiesen.

Capsule-Parfum-Herbst14

Ich habe mich für diese Saison übrigens auch von der kleinen Horde Parfümflaschen getrennt, die bisher hinter meinen Pullovern gehaust hat. Statt noch immer jeden Tag vor der Qual der Wahl zu stehen, habe ich mir auch in diesem Bereich endlich einen Liebling erschnuppert: Vetiver & Black Tea von Kiehl’s. Damit ist auch meine immerwährende Suche nach einem neuen Parfüm für’s erste beendet.

Die aussortierten Sachen habe ich übrigens nicht alle in den Altkleidercontainer entsorgt. Eine ganze Kiste mit Sommersachen und Klamotten, die ich noch gerne mag, die nur diesmal einfach ‚zuviel‘ waren, sowie eine Kiste mit Schätzen, die ich nicht mehr trage aber aufrichtig liebe, stehen ordentlich verpackt ganz unten im Schrank. Darüber hinaus ist ein riesiger Berg mit Sachen angefallen, die ich entweder nach und nach bei Kleiderkreisel einstelle, der Wattenscheider Tafel spende oder unter interessierten Freundinnen aufteile.

Diese Capsule Wardrobe ‚gilt‘ ab morgen, dem ersten Oktober und zwar für drei Monate. Sprich: Zum ersten Januar 2015 werden die Karten Klamotten neu gemischt. Dann erst, so ist zumindest der Plan, kaufe ich mir auch etwas neues zum Anziehen.

Ich bin schwer gespannt, wie das Ganze für mich so funktioniert. Ich habe zum einen ein wenig Sorge, dass ich bei dieser überschaubaren Anzahl an Kleidungsstücken mit dem Waschen nicht hinterher komme (legt euch mal eine sabbernde, Schlamm liebende Bordeaux Dogge zu, dann wisst ihr was ich meine…). Zum anderen habe ich schon leichte Bedenken, dass mir der Inhalt meines Schrankes bald zu den Ohren raushängt. Ich kann jedenfalls nicht versprechen, dass mich alles, was ich jetzt schön finde, nicht in ein paar Wochen langweilt. Es wäre zumindest nicht das erste Mal (Ich erinnere mich an eine Pink-Phase. Und an eine Lila-Phase. Und an eine Kat von D Phase. Und…).
Momentan jedenfalls kann ich ganz ehrlich sagen, dass sich in meinem Schrank ausschießlich Kleidung befindet, auf die ich richtig Lust habe. Und das ist doch schon mal ein guter Anfang.

Kommentare 4

  1. Wow… ich glaube, so leer und aufgeräumt war es in meinem Schrank noch nie!

    Ich finde die gesamte Capsule-Wardrobe-Idee super interessant und bin schon sehr gespannt, was du davon noch berichten wirst.

    Alles Liebe und bis bald,
    Katha (die irgendwie in der Lila-Phase stecken geblieben ist…)

    • Mein Schrank war auch noch nie so übersichtlich! Das macht das Anziehen im Halbschlaf sehr viel einfacher.
      Und Lila-Phasen sind gute Phasen.

  2. das klingt nicht nur toll, das sieht auch ziemlich toll aus. sind auch genau meine farben… kann man dich zum wardrobe capsulen buchen? 😉 drück mich ja schon seit ewigkeiten vor’m kleidersortieren, ich denke ich muss da endlich mal ran.

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