KW 31 // Mittwoch.

Kann man Tage rückwirkend aus dem Kalender streichen?
Heute war mal komplett für die Tonne.
So ein Tag, an dem du nur schnell eine Küchenschublade aufräumen willst und zehn Minuten später versinkt das Haus im Chaos. So ein Tag, an dem der Hund sich einfach fürchterlich benimmt und den Großteil der frisch gewaschenen Wäsche durch den Schlamm zieht. So ein Tag, an dem man irgendwie nichts hin bekommt. So ein Tag, der einem Kopfschmerzen macht und Bauchschmerzen auch.
Ich gebe mich geschlagen und bin zuversichtlich, dass es ab jetzt nur noch aufwärts gehen kann.

KW 31 // Dienstag

Eine Woche im Sommer 2014.

Dienstag Newton

Der Plan für heute sah wie folgt aus: Ein bisschen arbeiten und zwischendurch in die Stadt fahren, um Laufschuhe und einen Rucksack zu kaufen, weil die Laufschuhe und der Rucksack, die ich mir im Internet bestellt hatte, nix waren.
Es kommt aber ja immer anders und zweitens als man denkt.

Irgendwann heute früh weckt mein Mann mich, um mich über die für den Tag angedrohten Unwetter zu informieren. Ob ich nicht besser sofort fahre? Ich murmel etwas von ‘Jaja, nur noch fünf Minuten’ und drehe mich nochmal um. Als ich wieder aufwache ist es halb elf.

Mir brummt der Schädel und Lust, mich zu beeilen um vor dem drohenden Gewitter in die Stadt zu kommen, habe ich auch nicht. Ich schleppe mich runter in die Küche, der Hund kommt träge hinter mir her. Uns ist warm und schlechte Laune haben wir auch. Alle beide. Newtons Herrchen geht es nicht besser.

Dienstag Wasser

Auch, wenn es fast schon Zeit zum Mittagessen ist, wird erstmal gefrühstückt. Ohne Frühstück geht bei mir einfach nix.
Mit steigender Luftfeuchtigkeit werden auch meine Kopfschmerzen schlimmer. Ich trinke ein Glas Wasser nach dem anderen und versuche mich mit ein paar Yogaübungen zu entspannen. Vergeblich. Der Schädel brummt und brummt.

Meine Mama ruft an, um zu hören, wie wir das Unwetter gestern überstanden haben. Wie immer hat sie den Verdacht, mich geweckt zu haben. Die Frau kennt ihre Tochter. Diesmal war ich aber schon vorher wach. Ha!

Dienstag Bügeln

Heute ist es dann fällig: Bügeln. Der Mann braucht kurzfristig ein Hemd für einen Termin. Ich schwinge also das Bügeleisen. Abkühlung geht anders. Deshalb belasse ich es (mal wieder) bei diesem einen Hemd. Die anderen bügel ich dann eben – genau – bei Bedarf.

Dienstag Newton Sofa

Wir sind zwar eben erst aufgestanden, aber für Newton und mich ist der Tag schon gelaufen. Wir sind platt wie die Flundern und möchten uns auch lieber nicht bewegen. Kein Stück. Statt dessen liegen wir wie erschlagen in der Gegend rum und leiden still vor uns hin.

Dienstag Wäsche

Es hilft alles nichts, ich muss was tun. Alibimäßig wasche ich noch etwas Wäsche. Winkelspinne Thekla sitzt noch immer in der Dusche. Nicht die schlechteste Idee bei dem Wetter.

Dienstag Mittag

Zum Mittagessen gibt es Reste. Scharfe Gewürzgurken, gefüllte Weinblätter, Tomate, Gurke, Salami und Chips. Jawoll. Chips. Die sind glutenfrei, müssen nicht noch zubereitet werden und ein ganz netter Ersatz für Butterbrot. Ok. Eher ein trauriger Ersatz. Aber immerhin, Chips zum Mittagessen, das hat irgendwie schon was.

Dienstag Newton Gurke

Dem Hund ist es heute sogar zu warm zum fressen. Ausnahmsweise teile ich deshalb meine Salatgurke mit ihm. Die ist schön gekühlt und enthält viel Wasser. Große Pluspunkte für Hitzemimosen wie uns.

Irgendwann ist der Teller leer und wir begeben uns wieder in die Horizontale. Siesta wird in diesem Haus groß geschrieben.

Dienstag Haare

Zwischenzeitlich hatte mein Superman vorgeschlagen, nach Feierabend gemeinsam in die Stadt zu fahren und noch einen Kaffee trinken zu gehen. Kaffeedates mit meinem Mann? Davon kann mich auch ein Brummschädel nicht abhalten. Mir fällt auf, dass ich besser noch duschen sollte, bevor ich mich unter Menschen begebe. Da ich es am Sonntag offenbar mit der Kokosöl-Kur übertrieben habe muss ich heute auch schon wieder meine Haare waschen. Strähnige Fettmatte passt nicht gut zu heißen Kaffeedates.

Dienstag Garten

Bis Feierabend ist noch ein bisschen Zeit, der Regen macht Pause und ich beschließe, bis dahin ein wenig im Garten zu tun. Rasenmähen müsste ich dringend mal wieder, aber der Rasen ist viel zu nass, weshalb ich mich damit begnüge, die verdorrten Blüten aus meinen Sträuchern zu schneiden.

Dienstag Brille

Heute denke ich tatsächlich daran, meine Brille anzuziehen bevor ich das Haus verlasse. Ich bin schon lange ein wenig kurzsichtig, aber in letzter Zeit merke ich immer deutlicher, wie schlecht meine Augen mittlerweile sind. Schilder lesen? Bekannte Gesichter auf der anderen Straßenseite erkennen? Klappt mit Brille alles deutlich besser, besonders bei schlechtem Licht.

Dienstag Kaffee

Es gibt in Bochum sicher einige nette Cafés, wir landen trotzdem immer wieder bei Starbucks. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier.
Meine Jagd nach Schuhen und einem Rucksack bleibt erfolglos. Offenbar gibt es Laufschuhe nur noch in fürchterlichen Neonfarben. Ich beschließe, vorerst bei meinen alten Latschen zu bleiben und darauf zu warten, dass Schwarz wieder in Mode kommt.

Auf dem Weg zurück zum Auto kommen wir noch in den Regen und werden gehörig nass. Schirm? Habe ich zuhause gelassen. Auf den paar Metern werden wir doch sicher nicht nass. Denkste.

Dienstag Newton Schuhe

Newton hat unterdessen festgestellt, dass er auch Schuhe braucht und leiht sich einen von Herrchen. Dass man geliehene Dinge auch wieder zurück geben muss, das weiß er leider noch nicht. Wir verbringen zehn Minuten mit zähen Verhandlungen. Schließlich kommt der Schuh im Austausch gegen einen Kauknochen frei. Alle sind erleichtert.

Dienstag Abend

Beim Abendessen grüble ich über der Frage, in was ich das Geld, das ich jetzt ja nicht für Schuhe ausgebe, investieren könnte. Ich kann mich nicht zwischen einem IKEA-Besuch und einer PS Vita entscheiden. Vielleicht kaufe ich auch einfach ein paar Bücher für den anstehenden Urlaub.

Mittlerweile gewittert es ganz ordentlich. Meine Kopfschmerzen sind fast weg. Newton vergnügt sich mit einem Rinderbein. Und aus dem Eisfach lockt leise das Haselnusseis.

KW 31 // Montag.

Eine Woche im Sommer 2014.

Montag im Bett

Die Woche fängt an, wie so eine Woche eben anfängt.
Während ich die Augen noch nicht aufkriege ist er schon auf den Beinen und auf dem Weg, die Weltherrschaft an sich zu reißen.
Ich ziehe mich selbst aus dem Bett und unter die Dusche. Nachdem der Hund versorgt ist beschließe ich, dass der Montag noch ein wenig auf mich warten muss und krieche für eine weitere Stunde zwischen die weichen Kissen.

Montag Fruehstueck

Zum Frühstück gibt es Tee, griechischen Joghurt mit Obst und Honig. Seit einigen Woche ernähre ich mich glutenfrei. Unfreiwillig, aber es hilft.
Um von fehlenden Brötchen abzulenken, lese ich mich durch die neuesten Posts meiner liebsten Blogger.

Montag OOTD

Nur, weil ich von zuhause aus arbeite, muss ich ja nicht jeden Tag nur Jogginganzug tragen. Von diesem Ringel-Rock besitze ich direkt mehrere. Saubequem und trotzdem halbwegs vernünftig angezogen. So mag ich das.

Montag Arbeit

Dann ab an die Schaufel Tastatur. Ich ziehe mir mühsam einen Text aus der Nase und recherchiere mich dann für fünf weitere ins Google-Delirium. Irgendwie ist nur noch Kaugummi in meinem Kopf.

Montag Lippenstift

Hey! Lippenstift macht alles besser. Montage, Kaugummikopf, Hitzestress.
Danach bringe ich noch ein bisschen Ordnung in meine Rechercheergebnisse.
Viel ist aber nicht mehr drin. Zu warm. Und langsam ist es sowieso auch Zeit zum Mittagessen.

Montag Garten

Während drinnen der Backofen meine Rosmarinkartoffeln gart, pflanze ich draussen noch ein paar Kräuter in den frisch lackierten Blumenkasten. Von dem Ergebnis gibt es allerdings kein Bild, ich muss rein, die Kartoffeln sind fertig.

Montag MIttag

Von den Kartoffeln gibt es auch kein Bild. Ich bin hungrig wie ein Bär und esse alles auf, bevor ich ans fotografieren auch nur denken kann. Rosmarinkartoffeln und Gurkensalat mit Schafskäse. Kartoffeln enthalten zu meiner grenzenlosen Freude kein Gluten und trösten mich gekonnt über die Tatsache hinweg, dass Nudeln für mich erstmal gestrichen sind. Genau wie Pizza. Und Brot. Und Kuchen… Ohmeingottichwerdeverhungern!

Montag Essiebutton

Es ist furchtbar warm und Siesta ist meine Fiesta! Vollgegessen verkrümel ich mich ein wenig auf’s Sofa und gönne mir eine Auszeit mit den neuesten Abenteuern von Essie, Aslan und Reggie.

Montag Spinne

Genug rumgelungert! Im Keller stelle ich eine Waschmaschine an und stolpere dort in der Gästedusche über eine neue Mitbewohnerin: Eine ansehnliche Winkelspinne hat in der Waschküche ihr Quartier aufgeschlagen. Ich taufe sie Thekla und hoffe, dass ihre Sippschaft anderswo untergekommen ist.

Montag Waesche

Wer Wäsche wäscht muss auch Wäsche falten. Und wer Wäsche wäscht und besonders ordentlich ist, der bügelt sie vielleicht auch. Zum Glück ist in diesem Haushalt niemand besonders ordentlich, weshalb nur nach Bedarf gebügelt wird. Für heute ist der Bügel-Bedarf gedeckt und sowieso werden hier fast ausschließlich Hemden und Blusen gebügelt und davon besitzen wir auch nicht besonders viel. Bleibt also das Falten. Es gibt schlimmeres.

Montag Warm

Ok. Ich habe mich beim Wäschefalten völlig verausgabt. Schuld ist nur diese Affenhitze. Und schwül ist das! Als würde einem einer die ganze Zeit nasse, warme Handtücher um die Ohren hauen. Ich überlege kurz, mich im Eisfach zusammen zu rollen.
Entscheide mich dann aber dafür, das Zalando-Paket zu packen, das möglichst heute noch zurück gehen soll. Der Hund will helfen, das Klebeband ist weg und den Retourenschein kann ich auch erstmal nicht finden. Ich bin kurz davor, aufzugeben. Doch dann habe ich es geschafft. Der Karton ist zu. Alles ist drin. Retouraufkleber klebt. Mein Stift ist weg. Arrgh. Egal.
Der Mann ist wieder zuhause, der Weltherrschaft wieder ein bisschen näher und keinem von uns kommt eine zündende Idee, was unser Abendessen angeht. Es dauert viel zu lange, bis wir uns schließlich auf kalte Küche einigen. Ganz ehrlich? Bei dem Wetter liegt das doch eigentlich auf der Hand.

Montag Wetter

Dem Wetter ist es offenbar auch zu warm. Ich bin ein bisschen stolz auf mich, dass ich so faul klug war, nicht vor fünf Minuten mit dem riesigen Paket unter’m Arm Richtung Post los zu laufen. Mit offenem Mund starren wir ein wenig den Weltuntergang vor unserem Fenster an.
Irgendwann hat es sich ausgeunwettert. Wir gehen auf Nummer sicher und fahren mit dem Auto zur Post und zum Einkaufen und stellen fest: Es waren vom letzten Unwetter noch genug Bäume übrig, um die Straßen ein zweites Mal zu blockieren. Und wo kein Baum liegt, steht Wasser. Oder Menschen, die ihre Keller trockenzulegen versuchen, was offenbar am besten klappt, wenn man sich mit allen Nachbarn auf der Straße versammelt und das weitere Vorgehen ausgiebig diskutiert.
Wir schaffen es trotz allem zur Post und auch zum Supermarkt und irgendwie wird der Einkauf mal wieder größer als gedacht. Immerhin, es gibt glutenfreies Haselnusseis.
Das ich dann zum Abendessen direkt probiere. Also, zum Nachtisch. Natürlich.
Während ich das hier tippe wartet der Hund ungewohnt geduldig darauf, dass wir endlich spazieren gehen. Wie ein Troll (wer Terry Pratchett gelesen hat wird wissen, dass Trolle bei kühleren Temperaturen sehr viel besser funktionieren) läuft er jetzt, wo es nicht mehr so warm ist, zu Hochform auf. Den ganzen, warmen Tag lang liegt er im Weg rum und schläft. Aber jetzt gibt es kein Halten mehr. Wir müssen los.

Der Luftzug einer sich schließenden Tür. Oder auch: Die Sache mit dem Bloggen.

Liebes Bloggen,

wie lange kennen wir uns jetzt eigentlich schon? Zehn Jahre? Ja, das könnte hinkommen.
Ganz heimlich, still und leise fing es an. Damals.
Ungeteilte Zeiten, weisst du noch? So hieß unser erstes Aufeinandertreffen.
Es war die Lust am Schreiben, die mich damals in deine Arme trieb. Und geschrieben habe ich. Was habe ich nicht alles geschrieben! Gedichte, Essays, Tagebucheinträge.
Dadaistisch, spätpubertär-verzweifelt, experimentierfreudig. Mit großem Liebeskummer und noch größerer Neugier auf die Zukunft.

Irgendwann kam für mich die Uni und du, liebes Bloggen, wurdest berühmt. Erst langsam, dann immer schneller. Du wurdest bunter, immer bunter.
Ich habe versucht, Schritt zu halten. Habe neue Blogs aus dem fruchtbaren Boden des Internet gestampft und angefangen, meine Texte mit Fotos zu untermalen.

Während ich mit meiner alten Digitalkamera ein möglichst beeindruckendes Bild meines völlig unbeeindruckenden Lebens zu machen versuchte, bist du über dich hinaus gewachsen.Du wurdest größer und größer. Und immer wichtiger.
Du hast angefangen, Geld zu verdienen. Ganz viel Geld.

Es war etwa zu dieser Zeit, als mir richtig bewusst wurde: Es ging längst nicht mehr nur um uns zwei. Du bist für eine monogame Beziehung nicht wirklich gemacht, Bloggen. Du willst mehr. Du bringst Menschen zusammen, mehr Menschen, als ich manchmal aushalten kann. Lässt man dich walten, wie es dir passt, pfeifst du auf persönliche Grenzen, machst dich auf allen Kanälen breit und schreist nach mehr.

Ich habe alles versucht. Ich bin mitgerannt, wollte alle überholen, wollte dein Business-Partner sein. Und bin auf die Schnauze geflogen. Habe versucht, mit dir zu streiten und dich wieder zu meinem Freund zu machen. Habe mich angebiedert, dir die kalte Schulter gezeigt und nach Kompromissen gesucht. Immer wieder bin ich auf dich reingefallen.

Ja, du bist schön, liebes Bloggen. Du hast mir viele tolle Leute vorgestellt und mich auf die abwegigsten Ideen gebracht. Durch dich habe ich viel gelernt und wir hatten eine schöne Zeit. Das mit uns war wirklich etwas Besonderes, was Festes, für die Ewigkeit. Die ganz große Liebe.
Darum fällt mir das, was ich dir jetzt sage, nicht ganz leicht:

Es ist aus.

So kann es mit uns wirklich nicht weiter gehen. Deine Sucht nach Followern und Likes hat dich verändert, ich erkenne dich kaum noch wieder!
Und hör auf mir zu sagen, dass ich es doch auch mag, dieses PLING meiner Mailbox, das mir den nächsten Abonnenten ankündigt, mich über das neueste Gefällt mir! informiert. Es stresst mich nur noch.
Viel zu lange habe ich alles getan, um diese Sucht zu befriedigen. Habe gehashtagt als gäbe es kein Morgen, habe mein Leben Schokoladenseiten-farben getüncht und jedes meiner Worte auf Massenkompatibilität geprüft. Ich habe mich der Gefallsucht hingegeben, auf Teufel komm raus versucht, aufzufallen ohne anzuecken.

Doch damit ist jetzt Schluss. Bei deinem Spiel um schneller, bunter, geiler komme ich schon lange nicht mehr mit. Während ich dich früher für deine Unabhängigkeit und deine erfrischende Dreistigkeit bewundert habe, geht mir deine Selbstüberschätzung heute auf den Senkel.
Vielleicht liegt es aber auch nur an meinem Naturell – ich habe noch nie zu übermäßigem Ehrgeiz tendiert.

So oder so: Das mit uns, das passt nicht mehr. Wir sind Geschichte. Pack deine Sachen, raus mit dir, Tschüssikowski!
Mach dir Tür zu, wenn du gehst. Und vergiss deine Social Media Sammlung nicht. Das meiste davon habe ich eh nie leiden können (ja, ok, instagram kannst du mir da lassen, aber dann nimm vorher wenigstens deine Erwartungshaltung raus – und stell die Benachrichtigungen aus!).
Nimm deine Visitenkarten, deine Netzwerke und deine Sponsored Posts, du nimmersattes Ungetüm, und verzieh dich endlich aus meiner Ecke des Internets!

Nein, liebes Bloggen, du brauchst nicht zu weinen. Ich bin dir nicht wirklich böse. Ich liebe dich noch immer! Bloß tue ich das ab jetzt lieber aus der Ferne. Wir können ja Freunde bleiben. Und wenn du magst, dann kannst du mich auch mal besuchen kommen, so ab und zu. Du weisst ja, wo du mich findest.

Bis dahin. Mach es gut.

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Liebe Leser,

auch wenn meine Liebe zum Bloggen verebbt ist – meine Liebe zum Schreiben ist ungebrochen. Deshalb wird es hier auch in Zukunft weiter gehen. Nur eben ohne das ganze Theater drumherum.
Viel wird sich für euch wohl erstmal nicht ändern: Die Seite wird in den nächsten Wochen ein wenig renoviert, meine Social Media-Profile benutze ich, sofern ich sie nicht komplett deaktiviert habe, mittlerweile nur noch ‘privat’ (sprich: ich nutze sie einfach nicht mehr als ‘Verlängernung’ meines Blogs oder um auf Je suis Huck aufmerksam zu machen) und meine zukünftigen Posts hier werden ziemlich sicher deutlich textlastiger.

Hier zu schreiben ist mir ein liebgewonnenes Hobby, das ich ganz allein für mich selbst betreibe. Und auch wenn ich mir keinen Arm mehr dafür ausreißen werde, die Statistiken dieser Seite weiter und weiter zu optimieren, freue ich mich über jeden einzelnen, der her findet und zu bleiben beschließt.

Schön, dass ihr da seid <3

Oh La La, willst du eine Pizza?

Pizzen

Ein halbes Jahr lang hatte ich Zeit, darüber nachzudenken, was man in einem funktionstüchtigen Backofen so alles backen könnte. Neben Brot und Schokoladen-Kirsch-Kuchen kam mir besonders eines immer wieder in den Sinn: Pizza.
Zuerst waren da die Abende, an denen zum Kochen die Lust fehlte und ich mir eine ordentliche Tiefkühlpizza herbei sehnte.
Meiner Phantasie waren keine Grenzen gesetzt. Bald kam ich auf den Gedanken, dass so eine Pizza ja vielleicht noch viel besser schmeckt, wenn man sie selber macht. Also, so richtig, nicht diese fürchterlichen Teigrohlinge zum selbst belegen, pfuibah.

Der neue Ofen kam und es brannte mir auf der Seele. Pizza!
Mein Ansatz? Schlicht. Denn sind wir mal ehrlich – Spaghetti-Pizza mit Sauce Hollandaise und ähnliche Schweinereien sind ja ganz lustig, aber beim Essen ist es wie mit allem anderen auch: Das Gute kann so einfach sein.

Gestern morgen habe ich mir flugs einen Teig geknetet:

2 TL Trockenhefe in 250 ml lauwarmen Wasser auflösen und mit 450 gr Mehl, 1 TL Salz und einem Schuss Olivenöl zu einem glatten Teig verkneten.
Mit den Händen bitteschön. Dauert so etwa zehn Minuten.
Das kann man dann entweder direkt auf vier Portionen aufteilen, zu Kugeln formen und auf einem bemehlten Holzbrett unter einem feuchten (sauberen!) Küchentuch gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Oder man packt den Teig, wie ich, in den Kühlschrank und verarbeitet ihn erst später.

Tomatenstrauch

Während der Teig so vor sich hin ging, ging ich in den Garten und plünderte unseren Tomatenstrauch. Mein Plan: Pizza Margherita!

Tomaten

Die Tomätchen habe ich halbiert und etwas ausgedrückt, damit meine Pizza nachher nicht wegschwimmt.

Knoblauchöl

Dann habe ich noch fix drei Knoblauchzehen gerieben und in ordentlich Olivenöl getränkt. Tomatensoße auf der Pizza? Das kann ja jeder!

Pizza Margherita

Als sie genug gegangen waren habe ich die Teigbollen auf Backpapier ganz dünn ausgerollt. Die Backbleche heizten derweil im Backofen ordentlich vor. Was die Temperatur angeht, da müsst ihr schon selber gucken. Unser neuer wird irgendwie irre heiß und ich habe die Pizzen nachher bei 180°C im Pizzaprogramm gebacken.

Die Pizza Margherita habe ich dann mit etwas Knoblauchöl eingerieben und meine Tomaten aus dem Garten darauf gelegt. Ein wenig Salzen, ein paar Blättchen Basilikum zerrupft und zum Abschluss noch mit Parmesan berieselt.

Knoblauchpizza

Weil die Tomaten nicht reichten habe ich dann noch eine Knoblauchpizza gebacken, mit ordentlich Knoblauchöl und ein paar Salbeiblättern. Salzen und Parmesan drauf – ab in den Ofen!

Knoblauchpizza

Nach einer knappen viertel Stunde durften die Schätzchen dann auch schon wieder raus. Dieser Duft! Himmlisch.

Pizza Margherita

Und weil ich gestern ganz alleine zuhause war, habe ich höchstpersönlich alle vier Pizzen verdrückt. Japp. Das habt ihr richtig gelesen. Ich habe an einem Tag VIER Pizzen gegessen. Und wäre ich nicht zu faul gewesen, gestern Abend noch eine Portion Teig zu machen, es wären noch mehr geworden.

Oh La La, Pizza wunderbar!

Alieneierblumen, Clematisliebe, Newton und ein Backofen.

Es hat mich erwischt! Ich habe Fußballfieber! Bevor die WM gleich endlich auch für unsere Jungs los geht, wollte ich euch noch zeigen, was eigentlich aus dem Alienei geworden ist, das ich im Februar im Garten gefunden habe. Erinnert ihr euch?

Alieneierblume

Schön, nichwahr? Kann mir jetzt vielleicht jemand sagen, um was es sich bei diesem Gewächs handelt? Ich hätte nichts gegen mehr von der Sorte.

Und wo wir grade schon mal im Garten sind, guckt euch mal meine Clematis an:

Clematisliebe

Leute, ich bin verliebt! SO viele hübsche lila Blüten! (Und ich könnte schwören, als wir uns das Haus im letzten Jahr angeschaut haben, haben die blau geblüht…)

Schöne Momente gibt es momentan nicht nur draussen, sondern auch in unserer Küche.

Herdkauf

Die hat seit Samstag nämlich nach einem langen halben Jahr endlich wieder einen funktionierenden Backofen. Den Transport nach hause habe ich da natürlich angemessen dokumentiert (das weiße Ding hinter mir, das ist unser neuer Backofen).

Und weil ich euch so gerne habe, lasse ich euch noch ein Bild von einem kuscheligen Newton da, während ich mich jetzt auf das Spiel nachher einstimme.

Newton

Lieblinge // Pfingsten

Lieblinge-Pfingsten

Puh, das war ja was. Ich hoffe, ihr habt das Unwetter alle gut überstanden? Wir hatten großes Glück und ausser einem Blumentopf, den ich eh nicht wirklich leiden konnte, ist nichts unwiederbringlich kaputt gegangen. Der Garten sieht zwar noch immer etwas gerupft aus und am Gartenhaus fehlt eine Zierleiste, welche wieder anzunageln ich bisher einfach zu faul war. Davon abgesehen ist alles in bester Ordnung. Was man von großen Teilen des Ruhrgebiets leider nicht sagen kann.

Bis zum Unwetter Montagnacht waren es immerhin drei wirklich schöne Tage. Neben hohem Besuch hatte das lange Pfingstwochenende noch einige Höhepunkte mehr zu bieten. Dass wir dabei die meiste Zeit faul in der Gegend rum lagen war dabei kein Hindernis. Ganz im Gegenteil.
(Lasst euch von dem Bild oben nicht täuschen, das ist von vor einer Woche. Dieses Wochenende war meine Hose deutlich kürzer.)

Hier also ein paar Lieblinge vom Wochenende:

+ selbst mariniertes Grillfleisch
+ gute Bücher
+ eine kühle Brise nach einem heftigen Gewitter
+ kaltes Bier
+ Melonen!
+ zwei brandneue Folgen Sherlock
+ Pfefferminzduschgel
+ einen halben Tag lang keine neuen Mückenstiche entdecken können
+ Sonnen-getrocknete Wäsche
+ Bikinistreifen
+ Bounty-Eis

Hoffentlich hattet ihr alle ein schönes Pfingstwochenende, so doof das Ende auch gewesen sein mag. Andererseits: In unserer Straße herrschte gestern Morgen während der Aufräumarbeiten schon beinahe Volksfeststimmung. So schlimm der Sturm auch war, er hat viele Leute zusammengebracht, die gezeigt haben, dass wir uns hier im Pott nicht so schnell unterkriegen lassen.
In diesem Sinne – Glück auf!

Wochenend’ und Sonnenschein.

Newton und Mio

Grillen ist gut. Grillen mit Freunden ist besser.
Am Samstag haben wir genau das gemacht. Mit dabei waren auch Nina und ihr vierbeiniger Sidekick Mio. Mio ist ein Chihuahua.

Newton liebt Besuch und Hundebesuch ist doppelt spannend. Leider hat sich unser Trampeltier direkt einen dicken Fauxpas geleistet und ist Mio bei der Begrüßung ungestüm auf die kleinen Pfötchen getrampelt. Mio war not amused und Newton für den Rest des Abends in Ungnade gefallen. Der kleine Hund hat dem großen Hund sehr deutlich die Meinung gesagt und unser Plattnasendackel hat sich durchaus beeindruckt gezeigt.

Ihr solltet wissen, dass sich offenbar keiner der beiden seiner Größe bewusst ist. Was dazu führte, dass irgendwann ein Chihuahua eine Bordeaux Dogge durch den Garten jagte.
Aber keine Angst, Newton ist nichts passiert. Mios die bellen, beissen nicht. Und Newton fand es irgendwie sogar ziemlich toll, dass da einer mal lautstark mit ihm Nachlaufen spielte.

Alle Versuche, die beiden gemeinsam auf ein Foto zu bekommen, sind an Hundeseitiger Wuseligkeit gescheitert. Hoffentlich klappt es beim nächsten Mal, dieses ungleiche Duo ist sich vielleicht noch nicht ganz grün, aber für alle Zuschauer mehr als unterhaltsam, weshalb wir schon die nächsten Abenteuer mit den beiden planen.

Genussmittel.

Beach-Boys

Just in diesem Moment dröppelt es nach einigen Tagen Prachtwetter hier wieder vom Himmel. Das ist aber überhaupt nicht schlimm. Zum einen freut sich meine sonnenverbrannte Nase über eine kleine Auszeit. Zum anderen schmeisse ich mir einfach selbst eine kleine Beach Boys Tanzparty!

Darüber hinaus gab es in den letzten Tagen so einige kleine und große Genussmomente, die, entsprechend gewürdigt, eine ganze Zeit vor halten. Als da wären:

Pfingstrosen

Der vollgekrümelte Tisch zeugt von gutem Essen und die Pfingstrosen hat mir die Juli mitgebracht.

Yoga-Buddha

Anstatt euch Bilder von meinen Yoga-Versuchen zu zeigen, zeige ich euch lieber dieses kleine Stillleben. Die Aussage bleibt jedoch: Yoga ist ziemlich toll!

Chanel-Parfum

Meine Mama hat mir ein paar Setzkästen überlassen, inklusive unzähliger Parfum-Miniaturen. Nun hängt das alles endlich bei uns an der Wand und erinnert mich daran, wie ich mich als Kind heimlich durch die vielen Duftwässerchen probiert habe.

Wolle

Im Juni widme ich mich einem neuen Projekt. Auf dem Bild könnt ihr ein paar Zutaten erkennen. An was genau ich da momentan arbeite verrate ich euch aber erst, wenn es fertig ist. Und jeder, der mich kennt, kann euch sagen: Das dauert noch ein bisschen, ich bin nicht die Schnellste.

Efeutute

Unser riesengroßer Garten! Bald bekomme ich noch meine Hängematte, dann ist er auch schon voll.

Lavendel

Lavendel. Von mir aus könnte der ganze Garten nur aus Lavendel bestehen. Mit der Meinung bin ich aber auch alleine (auf dem Bild bin ich jedoch gar nicht alleine, wer genau hinguckt findet ein Stückchen Newton).

Clematis-Bluete

Die Clematis öffnet die ersten Blüten. Was für eine schöne Überraschung!

Weniger schön…

Newton-Loch

…war die Überraschung, die Newton für mich hatte. Mitten auf dem Rasen hat er mir ein hübsches Loch gebuddelt. Na, danke.

Newton-Terrasse

Ihr müsst wissen, eigentlich ist er natürlich der aller, aller bravste Hund auf der ganzen, weiten Welt! Wer’s glaubt…

Gen-Ballons

Trotz Hammer-Wetteraussichten und einem geplanten Drei-Tage-Grillgelage zu Pfingsten wage ich zu behaupten, dass gestern der tollste Tag der Woche war:
Gen hatte Geburtstag. Und wenn Gen Geburtstag hat, dann wird ordentlich auf die Pauke gehauen. In diesem Fall mit einem Auto voll Luftballons…

Gen-Flamingos

…und einer Flamingo-Herde als Ehrengäste. Ich bin ja schon kein trübsinniges Kerlchen, aber gestern hatte ich Spaß bis über beide Ohren!
Liebe Gen, danke, dass ich deinen Ehrentag mit dir verbringen durfte! Auf viele weitere Flamingo Feten!

Bei so vielen Glücksmomenten, da kann es gerne noch ein bisschen weiter regnen. Der Garten freut sich (vor allem, weil wir das mit dem Gießen manchmal irgendwie… vergessen).

Wenn es euch das nächste Mal trüb auf die Nase tropft, ihr einen Lichtblick braucht oder eigentlich auch immer mal wieder einfach so: Augen offen halten! Sie sind da, die vielen kleinen und großen Genussmomente. Man muss sie nur erkennen.

In diesem Sinne, einen schönen Abend euch!

Regen, Regen, Popegen.

Regen

Sapperlot noch eins! Da sind wir alle schon im Sommermodus und was macht das Wetter? Dreht uns eine lange Nase und verabreicht uns eine kalte Dusche.
Nass und kalt und irgendwie deprimierend, was da draussen vor dem Fenster los ist.

Zu allem Übel haben unsere eifrigen Straßenbauarbeitermenschen mal wieder unsere Telefon- und Internetleitung ins Jenseits gebaggert. Fast eine ganze Woche saßen wir hier im digitalen Niemandsland. Dank miserabler Netzabdeckung konnten uns auch unsere Smartphones nicht retten: Schneckentempo wäre ein Luxus gewesen, der uns nicht vergönnt war. Mal eben Mails checken hat gefühlt mehrere Stunden gedauert.

(Ein Stück die Straße runter ist der Empfang sehr viel besser, weshalb Newton in den Genuss besonders vieler Spaziergänge kam.)

Mittlerweile haben wir zwar ein neues Kabel und das Internet läuft wieder. Nur scheinbar sitzt jetzt Petrus auf der Leitung. Ende Mai, und das weiß doch jedes Kind, ist es noch deutlich zu früh für Herbstwetter!!

Ich weiß ehrlich nicht, ob ich mich mit Eis und Sonnenbrille unter die Schreibtischlampe legen oder mich mit Suppe und Tee vor den Kamin kuscheln soll. Aber für letzteres müsste ich auch erst einen Kamin bauen. Das Leben ist kein französischer Autorenfilm…

Die Wetteraussichten fürs Wochenende sind glücklicherweise erfreulich und ich bin zuversichtlich, bald wieder im Bikini arbeiten zu können. Homeoffice, Baby!
Bis dahin trinke ich einfach reichlich Grog, der hält mich warm und garantiert meiner Umwelt spitzenmäßige Unterhaltung. I love to entertain you.

Bleibt mir alle trocken! Oder noch besser: Lasst kein Auge trocken und springt barfüßig durch die Pfützen!