Zauberzeug. // Wohltuendes Gesichtsöl Mandel von Weleda.

Was Kosmetik angeht, bin ich im Laufe der Jahre zum Überzeugungstäter geworden. Habe ich ein Produkt gefunden, das mich begeistert, bleibe ich ihm treu.
Gutes soll man teilen und deshalb verrate ich euch ab jetzt immer mal wieder, welches Zauberzeug sich so in meinem Badezimmerschränkchen findet.

Weleda Mandel Gesichtsoel

Anfang diesen Jahres habe ich den Entschluss gefasst, wo es eben geht auf Plastik zu verzichten. Das ist gar nicht so einfach, besonders wenn es um Kosmetik geht.
Unser Badezimmer steht voll mit Tiegelchen und Döschen aus, genau, Plastik.
Mir war der Vorsatz jedoch wichtig genug, um ernsthaft nach Alternativen zu suchen.

Ein richtiger Überraschungserfolg gelang mir bei meiner Gesichtspflege.
Bis dahin schwor ich auf die Crème Fraîche von NUXE, die ich aber leider nur in Kunststoffverpackungen finden konnte.
Ich war ehrlich geknickt bei dem Gedanken, mich davon zu trennen und stöberte Land auf und Land ab nach einem halbwegs würdigen Ersatz.
Tatsächlich gibt es einige Gesichtscremes, die im Glastiegel daher kommen. Doch irgendwas ist ja immer, weshalb sich die eine wegen ihrer Konsistenz, die nächste wegen ihres Geruchs und eine andere wegen fieser Inhaltsstoffe disqualifizierte.

Auftritt Weleda. Mit den Produkten des Herstellers für natürliche Schönheitspflege hatte ich bis dato eher durchwachsene Erfahrungen gemacht. Die Körperöle fangen, zumindest an meinem Körper, nach kurzer Zeit fürchterlich an zu müffeln, das Deo funktioniert schlicht und ergreifend nicht und von der Wildrosen Gesichtscreme spielte meine Haut verrückt.
Ich weiß deshalb nicht mehr genau, weshalb ich mich gerade bei Weleda nach einer neuen Pflege umgesehen habe und ich bin noch heute ein wenig darüber verwundert, aber ich wurde fündig:

In einer kleinen, hübsch-blauen Flasche fand ich die Lösung für mein Problem.
Das Wohltuende Gesichtsöl aus der Mandel-Serie brauchte nicht lange, um mich von sich zu überzeugen.
Ein erster Blick auf die Inhaltsstoffe ließ mich jubilieren, denn die Liste war sehr kurz (genau drei Zutaten) und ich konnte mit jedem aufgeführten Begriff auch etwas anfangen (guckt mal auf eure Cremedosen – habt ihr zu jedem Inhaltsstoff eine Vorstellung, worum es sich dabei in etwa handelt?).
Mandelöl, Pflaumenkernöl, Auszug aus Schlehenblüten.
In meinen Ohren klingt das schonmal ziemlich gut.

Und was sagt meine Haut dazu? Bingo, sagt sie!
Kein Spannen, kein Jucken, keine trockenen und schuppigen Stellen. Pickel auch nicht mehr als sonst (gefühlt sogar etwas weniger). Übrigens: glänzen tut da, wider Erwarten, auch nix übermäßig. Aber gesund aussehen tut sie, meine Haut.
Richtig ergiebig ist das Öl auch noch. Obwohl ich es ab und an auch zum abschminken verwende (einfach ein paar Tropfen Öl auf eine feuchtes Wattepad geben und ran an die Kriegsbemalung), komme ich mit der ersten Flasche jetzt schon bestimmt fünf Monate hin und sie ist noch mehr als halb voll.

Ihr seht, ich bin mehr als überzeugt von dem Zeug. Dass der Deckel des Fläschchens aus Plastik ist tut meiner Euphorie keinen Abbruch. Denn erstens habe ich auf meiner Suche kaum eine Creme entdecken können, deren Verpackung wirklich komplett auf Kunststoff verzichten würde und ‘nur ein bisschen Plastik‘ ist zumindest in meiner Welt besser als ‘komplett Plastik‘. Und zweitens ist das Gesichtsöl wie gesagt sehr ergiebig, weshalb man es nur selten nachkaufen muss und somit deutlich weniger Müll anfällt als bei anderen Produkten.

Kein wunder also, dass das Gesichtsöl innerhalb kürzester Zeit einen festen Platz in meinem Badezimmer ergattern konnte.

Lieblinge. // Zählen Chips zum Gemüse?

Wiese

Chips bestehen ja aus Kartoffeln, ne? Also zählen sie zum Gemüse, oder? Oder?!
Ich denke schon. Ich habe heute bisher eine ganze Tüte Essigchips gegessen. Wäre dann ja ein großer Salat. Quasi.

Was mich ausser Essigchips an diesem doofen Dienstag, der mich schon jede Menge Nerven, unseren einzigen Föhn und mein liebstes Paar Stiefel gekostet hat, sonst noch davon abhält, mich in der nächsten Pfütze zu ersäufen?
Folgendes:

+ gestern war ich bei Nike zu Gast und durfte dort im Rahmen ihrer Reihe #20factsaboutlieblingsmenschenausdemnetz 20 Fakten über mich verraten – eine große Ehre!
+ schwarzer Nagellack
+ The Good Wife
+ mein Kindle
+ die Wes Anderson Film Soundtrack Playlist auf spotify
+ heisser Tee
+ eine saubere, neu sortierte Regalwand im Wohnzimmer
+ Inspector Lewis
+ ein wiedergefundener Ring (ich hab ihn gefunden, Mama!)
+ Backofengemüse und ein Kuschel-Fort heute Abend
+ Newtons Schnarchen
+ Mützenwetter (weil Bad Hair Day weil Föhn kaputt)

Jetzt schnappe ich mir gleich meinen privaten Superschurken und wir machen uns auf und räumen den örtlichen Supermarkt aus. Also, äh, wir gehen einkaufen. Und dann nehmen wir uns den Hund und Kissen und Decken und verschanzen uns auf dem Sofa.
Ich hoffe, ihr habt für den Rest des Tages alle etwas ähnlich wunderbares vor!

Schichtwechsel.

Herbst-Kürbis

Sacht ma, hab ich verpennt den Kalender umzublättern? Oder fängt der Herbst neuerdings schon im August an?
Nicht, dass ich mich darüber beschweren will. Von meinen vier Lieblingsjahreszeiten ist der Herbst mir noch die überallerliebste.

Sommer schön und gut, aber nach monatelangem Schwitzen bin ich froh wie der Mops im Haferstroh, wenn ich mich wieder in wollige Strickjacken kuscheln und Kürbissuppe essen kann. Beides ist in den letzten Tagen tatsächlich schon passiert. Ich erinnere uns noch einmal daran: Es ist August.

Eigentlich sollten wir jetzt noch im Bikini über Strände hopsen. Oder sowas. Wir sollten Eis essen und kurze Hosen tragen und grillen und uns mit Sonnencreme einschmieren.
Statt dessen kramen wir die dicken Pullover raus, zünden Kerzen an und kochen deftige Eintöpfe. Wer will kann auch schon die ersten Kastanien sammeln.

Ganz ehrlich Leute, mir ist’s recht! Im Herbst erwache ich endlich aus meiner unfreiwilligen, hitzeinduzierten Sommer-Lethargie und gehe mit neuem Schwung an die Dinge heran. Jenseits des Frühlings gefallen mir Bäume in leuchtenden Gelb- und Orange-Tönen deutlich besser als in Grün. Und im Herbst kann man endlich wieder so richtig viel anziehen! Ist doch herrlich! In meiner Welt zumindest schlägt das opulente Zwiebelprinzip meine Sommeruniform Shirt und kurze Hose um Längen.

Und noch ein Gutes hat der überpünktliche Herbsteinsatz: Ich kann so tun, als hätte ich ungerechter Weise einfach nicht genug Zeit gehabt, meine Sommer-To-Do-Liste abzuarbeiten. Denn ganz ehrlich? Das meiste davon ist meiner sommerlichen Trägheit zum Opfer gefallen.

Jetzt also ist keine Zeit mehr für Sommerkram, es geht schon weiter, der Herbst ist da!
Und mit ihm kommt eine neue Liste mit großen und kleinen Vorhaben, auf die ich mich freue wie Bolle zu Ostern:

+ das Haus weiter einrichten
+ Twin Peaks gucken
+ Kürbisse essen
+ Apfelkuchen backen
+ Lesen
+ Tee trinken
+ Spazieren gehen
+ Kastanien sammeln
+ das bunte Laub fotografieren
+ den Garten winterfest machen
+ einen Herbstputz veranstalten
+ Ofengemüse
+ den Kleiderschrankinhalt auf ‘Herbst’ trimmen
+ mehr bloggen
+ neue Gassi-Routen entdecken
+ ein Herbstgrillen veranstalten
+ einen neuen Schal häkeln
+ ins Kino gehen
+ Suppen kochen

Und überhaupt und sowieso! Es wird wieder früher dunkel und man kann sich so wunderbar im Kerzenschein zuhause mit den Liebsten aufs Sofa muckeln. Eintöpfe, ebenso wie heisse Schokolade, schmecken am besten, wenn man mit geröteten Wangen aus der kühlen Herbstluft ins Warme kommt. Und Sonntags lässt es sich ganz ohne schlechtes Gewissen besonders lange ausschlafen, weil draussen kein strahlender Sommertag mehr lockt, sondern ein ordentlicher Herbststurm tobt.

Die Sommerjunkies und Sonnenanbeter unter euch wird das sicher nicht über ein verfrühtes Sommerende hinweg trösten. Aber seht die Sache doch mal so: Wenn das mit dem Jahreszeitenwechsel in dem Tempo weiter geht, dann können wir bald im Februar die Freibadsaison eröffnen.

Was ich im Urlaub getan habe. Oder auch nicht.

Wolfsschlucht

Ich bin viel gelaufen.
Ich bin steile Hänge hinab gestolpert und durch Schluchten geklettert.
Ich bin eine Treppe runter gefallen. Zwei mal.
Ich habe mir dabei nichts gebrochen. Aber einen dicken blauen Fleck am Hintern habe ich mir dabei geholt.

Beine

Ich habe die Füße hochgelegt. Bis Newton die Liege umriss. Er musste meine Mama begrüßen, die lange zwei Minuten weg war, um die Wanderkarten vom Zimmer zu holen.
Ich habe gut gegessen.
Ich habe #GIRLBOSS von Sophia Amoruso gelesen. Welches nicht ganz so aussergewöhnlich ist, wie der Hype vermuten lässt, aber nichtsdestotrotz einen ziemlich spannenden Einblick in den Werdegang einer jungen Frau und ihres Unternehmens gibt.

Pferde

Ich habe keine Pferde gestohlen.
Ich bin in kurzen Hosen durchs Dickicht gestiegen. Da wuchsen Brennnesseln. Das war nicht besonders schön.
Ich bin in den Regen gekommen. Und wieder raus.
Ich habe Soljanka gegessen.

Newton

Ich hatte die beste Gesellschaft. Newton hat sich überraschend gut benommen. Und mit meiner Mama fahre ich sowieso immer wieder gern weg.
Ich habe kaum Fotos gemacht. Ich war einfach mit anderen Dingen beschäftig.

Ich träume nicht erst seit dem Urlaub von einem kleinen Häuschen irgendwo im Nirgendwo. Von diesem Nirgendwo gibt es im Osten scheinbar mehr als hier, weshalb ich momentan darüber nachsinne, wie ich meinen Mann dazu überreden kann, nach Sachsen zu ziehen. Da ist es nämlich sehr, sehr schön.

Zwischenstand.

Ellen und Newton

Zuerst noch eine kurze Zusammenfassung für Donnerstag bis Sonntag, nur um die letzte Woche zu vervollständigen: Mir war warm.
Damit ist eigentlich auch schon alles gesagt und herausragender wurde es nicht.

Das ändert sich hoffentlich in den kommenden Tagen: Ich fahre in Urlaub. Yay!
Gut, für einige ist Wanderurlaub in Sachsen jetzt nicht der Oberburner. Aber für mich? Für mich ist die Sächsische Schweiz ganz genau das richtige Ziel.
Die Koffer sind so gut wie gepackt (wie immer: viel zu voll), die Wanderschuhe stehen bereit und der Kamera-Akku lädt grade noch auf.
Statt mehrerer dicker Bücher begleitet mich ab sofort ein handliches Kindle auf Reisen. Und für genügend Action ist auch gesorgt: Newton kommt mit.

Mein persönlicher Superschurke (Schurken sind die neuen Helden!) muss wohl oder übel allein zuhause bleiben und die Stellung halten.
Doch bevor ich ihn seinem Dasein als Strohwitwer überlasse, feiern wir heute noch unseren vierten Hochzeitstag. Natürlich standesgemäß mit Currywurst und Pommes.

Weil wir alle wissen, wie das hier läuft, verabschiede ich mich jetzt schonmal für die nächsten Tage. Laptop und Kollegen bleiben daheim, denn wenn ich im Urlaub irgendwas schreibe, dann sind es Postkarten.
Also, bis bald!

KW 31 // Mittwoch.

Kann man Tage rückwirkend aus dem Kalender streichen?
Heute war mal komplett für die Tonne.
So ein Tag, an dem du nur schnell eine Küchenschublade aufräumen willst und zehn Minuten später versinkt das Haus im Chaos. So ein Tag, an dem der Hund sich einfach fürchterlich benimmt und den Großteil der frisch gewaschenen Wäsche durch den Schlamm zieht. So ein Tag, an dem man irgendwie nichts hin bekommt. So ein Tag, der einem Kopfschmerzen macht und Bauchschmerzen auch.
Ich gebe mich geschlagen und bin zuversichtlich, dass es ab jetzt nur noch aufwärts gehen kann.

KW 31 // Dienstag

Eine Woche im Sommer 2014.

Dienstag Newton

Der Plan für heute sah wie folgt aus: Ein bisschen arbeiten und zwischendurch in die Stadt fahren, um Laufschuhe und einen Rucksack zu kaufen, weil die Laufschuhe und der Rucksack, die ich mir im Internet bestellt hatte, nix waren.
Es kommt aber ja immer anders und zweitens als man denkt.

Irgendwann heute früh weckt mein Mann mich, um mich über die für den Tag angedrohten Unwetter zu informieren. Ob ich nicht besser sofort fahre? Ich murmel etwas von ‘Jaja, nur noch fünf Minuten’ und drehe mich nochmal um. Als ich wieder aufwache ist es halb elf.

Mir brummt der Schädel und Lust, mich zu beeilen um vor dem drohenden Gewitter in die Stadt zu kommen, habe ich auch nicht. Ich schleppe mich runter in die Küche, der Hund kommt träge hinter mir her. Uns ist warm und schlechte Laune haben wir auch. Alle beide. Newtons Herrchen geht es nicht besser.

Dienstag Wasser

Auch, wenn es fast schon Zeit zum Mittagessen ist, wird erstmal gefrühstückt. Ohne Frühstück geht bei mir einfach nix.
Mit steigender Luftfeuchtigkeit werden auch meine Kopfschmerzen schlimmer. Ich trinke ein Glas Wasser nach dem anderen und versuche mich mit ein paar Yogaübungen zu entspannen. Vergeblich. Der Schädel brummt und brummt.

Meine Mama ruft an, um zu hören, wie wir das Unwetter gestern überstanden haben. Wie immer hat sie den Verdacht, mich geweckt zu haben. Die Frau kennt ihre Tochter. Diesmal war ich aber schon vorher wach. Ha!

Dienstag Bügeln

Heute ist es dann fällig: Bügeln. Der Mann braucht kurzfristig ein Hemd für einen Termin. Ich schwinge also das Bügeleisen. Abkühlung geht anders. Deshalb belasse ich es (mal wieder) bei diesem einen Hemd. Die anderen bügel ich dann eben – genau – bei Bedarf.

Dienstag Newton Sofa

Wir sind zwar eben erst aufgestanden, aber für Newton und mich ist der Tag schon gelaufen. Wir sind platt wie die Flundern und möchten uns auch lieber nicht bewegen. Kein Stück. Statt dessen liegen wir wie erschlagen in der Gegend rum und leiden still vor uns hin.

Dienstag Wäsche

Es hilft alles nichts, ich muss was tun. Alibimäßig wasche ich noch etwas Wäsche. Winkelspinne Thekla sitzt noch immer in der Dusche. Nicht die schlechteste Idee bei dem Wetter.

Dienstag Mittag

Zum Mittagessen gibt es Reste. Scharfe Gewürzgurken, gefüllte Weinblätter, Tomate, Gurke, Salami und Chips. Jawoll. Chips. Die sind glutenfrei, müssen nicht noch zubereitet werden und ein ganz netter Ersatz für Butterbrot. Ok. Eher ein trauriger Ersatz. Aber immerhin, Chips zum Mittagessen, das hat irgendwie schon was.

Dienstag Newton Gurke

Dem Hund ist es heute sogar zu warm zum fressen. Ausnahmsweise teile ich deshalb meine Salatgurke mit ihm. Die ist schön gekühlt und enthält viel Wasser. Große Pluspunkte für Hitzemimosen wie uns.

Irgendwann ist der Teller leer und wir begeben uns wieder in die Horizontale. Siesta wird in diesem Haus groß geschrieben.

Dienstag Haare

Zwischenzeitlich hatte mein Superman vorgeschlagen, nach Feierabend gemeinsam in die Stadt zu fahren und noch einen Kaffee trinken zu gehen. Kaffeedates mit meinem Mann? Davon kann mich auch ein Brummschädel nicht abhalten. Mir fällt auf, dass ich besser noch duschen sollte, bevor ich mich unter Menschen begebe. Da ich es am Sonntag offenbar mit der Kokosöl-Kur übertrieben habe muss ich heute auch schon wieder meine Haare waschen. Strähnige Fettmatte passt nicht gut zu heißen Kaffeedates.

Dienstag Garten

Bis Feierabend ist noch ein bisschen Zeit, der Regen macht Pause und ich beschließe, bis dahin ein wenig im Garten zu tun. Rasenmähen müsste ich dringend mal wieder, aber der Rasen ist viel zu nass, weshalb ich mich damit begnüge, die verdorrten Blüten aus meinen Sträuchern zu schneiden.

Dienstag Brille

Heute denke ich tatsächlich daran, meine Brille anzuziehen bevor ich das Haus verlasse. Ich bin schon lange ein wenig kurzsichtig, aber in letzter Zeit merke ich immer deutlicher, wie schlecht meine Augen mittlerweile sind. Schilder lesen? Bekannte Gesichter auf der anderen Straßenseite erkennen? Klappt mit Brille alles deutlich besser, besonders bei schlechtem Licht.

Dienstag Kaffee

Es gibt in Bochum sicher einige nette Cafés, wir landen trotzdem immer wieder bei Starbucks. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier.
Meine Jagd nach Schuhen und einem Rucksack bleibt erfolglos. Offenbar gibt es Laufschuhe nur noch in fürchterlichen Neonfarben. Ich beschließe, vorerst bei meinen alten Latschen zu bleiben und darauf zu warten, dass Schwarz wieder in Mode kommt.

Auf dem Weg zurück zum Auto kommen wir noch in den Regen und werden gehörig nass. Schirm? Habe ich zuhause gelassen. Auf den paar Metern werden wir doch sicher nicht nass. Denkste.

Dienstag Newton Schuhe

Newton hat unterdessen festgestellt, dass er auch Schuhe braucht und leiht sich einen von Herrchen. Dass man geliehene Dinge auch wieder zurück geben muss, das weiß er leider noch nicht. Wir verbringen zehn Minuten mit zähen Verhandlungen. Schließlich kommt der Schuh im Austausch gegen einen Kauknochen frei. Alle sind erleichtert.

Dienstag Abend

Beim Abendessen grüble ich über der Frage, in was ich das Geld, das ich jetzt ja nicht für Schuhe ausgebe, investieren könnte. Ich kann mich nicht zwischen einem IKEA-Besuch und einer PS Vita entscheiden. Vielleicht kaufe ich auch einfach ein paar Bücher für den anstehenden Urlaub.

Mittlerweile gewittert es ganz ordentlich. Meine Kopfschmerzen sind fast weg. Newton vergnügt sich mit einem Rinderbein. Und aus dem Eisfach lockt leise das Haselnusseis.

KW 31 // Montag.

Eine Woche im Sommer 2014.

Montag im Bett

Die Woche fängt an, wie so eine Woche eben anfängt.
Während ich die Augen noch nicht aufkriege ist er schon auf den Beinen und auf dem Weg, die Weltherrschaft an sich zu reißen.
Ich ziehe mich selbst aus dem Bett und unter die Dusche. Nachdem der Hund versorgt ist beschließe ich, dass der Montag noch ein wenig auf mich warten muss und krieche für eine weitere Stunde zwischen die weichen Kissen.

Montag Fruehstueck

Zum Frühstück gibt es Tee, griechischen Joghurt mit Obst und Honig. Seit einigen Woche ernähre ich mich glutenfrei. Unfreiwillig, aber es hilft.
Um von fehlenden Brötchen abzulenken, lese ich mich durch die neuesten Posts meiner liebsten Blogger.

Montag OOTD

Nur, weil ich von zuhause aus arbeite, muss ich ja nicht jeden Tag nur Jogginganzug tragen. Von diesem Ringel-Rock besitze ich direkt mehrere. Saubequem und trotzdem halbwegs vernünftig angezogen. So mag ich das.

Montag Arbeit

Dann ab an die Schaufel Tastatur. Ich ziehe mir mühsam einen Text aus der Nase und recherchiere mich dann für fünf weitere ins Google-Delirium. Irgendwie ist nur noch Kaugummi in meinem Kopf.

Montag Lippenstift

Hey! Lippenstift macht alles besser. Montage, Kaugummikopf, Hitzestress.
Danach bringe ich noch ein bisschen Ordnung in meine Rechercheergebnisse.
Viel ist aber nicht mehr drin. Zu warm. Und langsam ist es sowieso auch Zeit zum Mittagessen.

Montag Garten

Während drinnen der Backofen meine Rosmarinkartoffeln gart, pflanze ich draussen noch ein paar Kräuter in den frisch lackierten Blumenkasten. Von dem Ergebnis gibt es allerdings kein Bild, ich muss rein, die Kartoffeln sind fertig.

Montag MIttag

Von den Kartoffeln gibt es auch kein Bild. Ich bin hungrig wie ein Bär und esse alles auf, bevor ich ans fotografieren auch nur denken kann. Rosmarinkartoffeln und Gurkensalat mit Schafskäse. Kartoffeln enthalten zu meiner grenzenlosen Freude kein Gluten und trösten mich gekonnt über die Tatsache hinweg, dass Nudeln für mich erstmal gestrichen sind. Genau wie Pizza. Und Brot. Und Kuchen… Ohmeingottichwerdeverhungern!

Montag Essiebutton

Es ist furchtbar warm und Siesta ist meine Fiesta! Vollgegessen verkrümel ich mich ein wenig auf’s Sofa und gönne mir eine Auszeit mit den neuesten Abenteuern von Essie, Aslan und Reggie.

Montag Spinne

Genug rumgelungert! Im Keller stelle ich eine Waschmaschine an und stolpere dort in der Gästedusche über eine neue Mitbewohnerin: Eine ansehnliche Winkelspinne hat in der Waschküche ihr Quartier aufgeschlagen. Ich taufe sie Thekla und hoffe, dass ihre Sippschaft anderswo untergekommen ist.

Montag Waesche

Wer Wäsche wäscht muss auch Wäsche falten. Und wer Wäsche wäscht und besonders ordentlich ist, der bügelt sie vielleicht auch. Zum Glück ist in diesem Haushalt niemand besonders ordentlich, weshalb nur nach Bedarf gebügelt wird. Für heute ist der Bügel-Bedarf gedeckt und sowieso werden hier fast ausschließlich Hemden und Blusen gebügelt und davon besitzen wir auch nicht besonders viel. Bleibt also das Falten. Es gibt schlimmeres.

Montag Warm

Ok. Ich habe mich beim Wäschefalten völlig verausgabt. Schuld ist nur diese Affenhitze. Und schwül ist das! Als würde einem einer die ganze Zeit nasse, warme Handtücher um die Ohren hauen. Ich überlege kurz, mich im Eisfach zusammen zu rollen.
Entscheide mich dann aber dafür, das Zalando-Paket zu packen, das möglichst heute noch zurück gehen soll. Der Hund will helfen, das Klebeband ist weg und den Retourenschein kann ich auch erstmal nicht finden. Ich bin kurz davor, aufzugeben. Doch dann habe ich es geschafft. Der Karton ist zu. Alles ist drin. Retouraufkleber klebt. Mein Stift ist weg. Arrgh. Egal.
Der Mann ist wieder zuhause, der Weltherrschaft wieder ein bisschen näher und keinem von uns kommt eine zündende Idee, was unser Abendessen angeht. Es dauert viel zu lange, bis wir uns schließlich auf kalte Küche einigen. Ganz ehrlich? Bei dem Wetter liegt das doch eigentlich auf der Hand.

Montag Wetter

Dem Wetter ist es offenbar auch zu warm. Ich bin ein bisschen stolz auf mich, dass ich so faul klug war, nicht vor fünf Minuten mit dem riesigen Paket unter’m Arm Richtung Post los zu laufen. Mit offenem Mund starren wir ein wenig den Weltuntergang vor unserem Fenster an.
Irgendwann hat es sich ausgeunwettert. Wir gehen auf Nummer sicher und fahren mit dem Auto zur Post und zum Einkaufen und stellen fest: Es waren vom letzten Unwetter noch genug Bäume übrig, um die Straßen ein zweites Mal zu blockieren. Und wo kein Baum liegt, steht Wasser. Oder Menschen, die ihre Keller trockenzulegen versuchen, was offenbar am besten klappt, wenn man sich mit allen Nachbarn auf der Straße versammelt und das weitere Vorgehen ausgiebig diskutiert.
Wir schaffen es trotz allem zur Post und auch zum Supermarkt und irgendwie wird der Einkauf mal wieder größer als gedacht. Immerhin, es gibt glutenfreies Haselnusseis.
Das ich dann zum Abendessen direkt probiere. Also, zum Nachtisch. Natürlich.
Während ich das hier tippe wartet der Hund ungewohnt geduldig darauf, dass wir endlich spazieren gehen. Wie ein Troll (wer Terry Pratchett gelesen hat wird wissen, dass Trolle bei kühleren Temperaturen sehr viel besser funktionieren) läuft er jetzt, wo es nicht mehr so warm ist, zu Hochform auf. Den ganzen, warmen Tag lang liegt er im Weg rum und schläft. Aber jetzt gibt es kein Halten mehr. Wir müssen los.

Der Luftzug einer sich schließenden Tür. Oder auch: Die Sache mit dem Bloggen.

Liebes Bloggen,

wie lange kennen wir uns jetzt eigentlich schon? Zehn Jahre? Ja, das könnte hinkommen.
Ganz heimlich, still und leise fing es an. Damals.
Ungeteilte Zeiten, weisst du noch? So hieß unser erstes Aufeinandertreffen.
Es war die Lust am Schreiben, die mich damals in deine Arme trieb. Und geschrieben habe ich. Was habe ich nicht alles geschrieben! Gedichte, Essays, Tagebucheinträge.
Dadaistisch, spätpubertär-verzweifelt, experimentierfreudig. Mit großem Liebeskummer und noch größerer Neugier auf die Zukunft.

Irgendwann kam für mich die Uni und du, liebes Bloggen, wurdest berühmt. Erst langsam, dann immer schneller. Du wurdest bunter, immer bunter.
Ich habe versucht, Schritt zu halten. Habe neue Blogs aus dem fruchtbaren Boden des Internet gestampft und angefangen, meine Texte mit Fotos zu untermalen.

Während ich mit meiner alten Digitalkamera ein möglichst beeindruckendes Bild meines völlig unbeeindruckenden Lebens zu machen versuchte, bist du über dich hinaus gewachsen.Du wurdest größer und größer. Und immer wichtiger.
Du hast angefangen, Geld zu verdienen. Ganz viel Geld.

Es war etwa zu dieser Zeit, als mir richtig bewusst wurde: Es ging längst nicht mehr nur um uns zwei. Du bist für eine monogame Beziehung nicht wirklich gemacht, Bloggen. Du willst mehr. Du bringst Menschen zusammen, mehr Menschen, als ich manchmal aushalten kann. Lässt man dich walten, wie es dir passt, pfeifst du auf persönliche Grenzen, machst dich auf allen Kanälen breit und schreist nach mehr.

Ich habe alles versucht. Ich bin mitgerannt, wollte alle überholen, wollte dein Business-Partner sein. Und bin auf die Schnauze geflogen. Habe versucht, mit dir zu streiten und dich wieder zu meinem Freund zu machen. Habe mich angebiedert, dir die kalte Schulter gezeigt und nach Kompromissen gesucht. Immer wieder bin ich auf dich reingefallen.

Ja, du bist schön, liebes Bloggen. Du hast mir viele tolle Leute vorgestellt und mich auf die abwegigsten Ideen gebracht. Durch dich habe ich viel gelernt und wir hatten eine schöne Zeit. Das mit uns war wirklich etwas Besonderes, was Festes, für die Ewigkeit. Die ganz große Liebe.
Darum fällt mir das, was ich dir jetzt sage, nicht ganz leicht:

Es ist aus.

So kann es mit uns wirklich nicht weiter gehen. Deine Sucht nach Followern und Likes hat dich verändert, ich erkenne dich kaum noch wieder!
Und hör auf mir zu sagen, dass ich es doch auch mag, dieses PLING meiner Mailbox, das mir den nächsten Abonnenten ankündigt, mich über das neueste Gefällt mir! informiert. Es stresst mich nur noch.
Viel zu lange habe ich alles getan, um diese Sucht zu befriedigen. Habe gehashtagt als gäbe es kein Morgen, habe mein Leben Schokoladenseiten-farben getüncht und jedes meiner Worte auf Massenkompatibilität geprüft. Ich habe mich der Gefallsucht hingegeben, auf Teufel komm raus versucht, aufzufallen ohne anzuecken.

Doch damit ist jetzt Schluss. Bei deinem Spiel um schneller, bunter, geiler komme ich schon lange nicht mehr mit. Während ich dich früher für deine Unabhängigkeit und deine erfrischende Dreistigkeit bewundert habe, geht mir deine Selbstüberschätzung heute auf den Senkel.
Vielleicht liegt es aber auch nur an meinem Naturell – ich habe noch nie zu übermäßigem Ehrgeiz tendiert.

So oder so: Das mit uns, das passt nicht mehr. Wir sind Geschichte. Pack deine Sachen, raus mit dir, Tschüssikowski!
Mach dir Tür zu, wenn du gehst. Und vergiss deine Social Media Sammlung nicht. Das meiste davon habe ich eh nie leiden können (ja, ok, instagram kannst du mir da lassen, aber dann nimm vorher wenigstens deine Erwartungshaltung raus – und stell die Benachrichtigungen aus!).
Nimm deine Visitenkarten, deine Netzwerke und deine Sponsored Posts, du nimmersattes Ungetüm, und verzieh dich endlich aus meiner Ecke des Internets!

Nein, liebes Bloggen, du brauchst nicht zu weinen. Ich bin dir nicht wirklich böse. Ich liebe dich noch immer! Bloß tue ich das ab jetzt lieber aus der Ferne. Wir können ja Freunde bleiben. Und wenn du magst, dann kannst du mich auch mal besuchen kommen, so ab und zu. Du weisst ja, wo du mich findest.

Bis dahin. Mach es gut.

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Liebe Leser,

auch wenn meine Liebe zum Bloggen verebbt ist – meine Liebe zum Schreiben ist ungebrochen. Deshalb wird es hier auch in Zukunft weiter gehen. Nur eben ohne das ganze Theater drumherum.
Viel wird sich für euch wohl erstmal nicht ändern: Die Seite wird in den nächsten Wochen ein wenig renoviert, meine Social Media-Profile benutze ich, sofern ich sie nicht komplett deaktiviert habe, mittlerweile nur noch ‘privat’ (sprich: ich nutze sie einfach nicht mehr als ‘Verlängernung’ meines Blogs oder um auf Je suis Huck aufmerksam zu machen) und meine zukünftigen Posts hier werden ziemlich sicher deutlich textlastiger.

Hier zu schreiben ist mir ein liebgewonnenes Hobby, das ich ganz allein für mich selbst betreibe. Und auch wenn ich mir keinen Arm mehr dafür ausreißen werde, die Statistiken dieser Seite weiter und weiter zu optimieren, freue ich mich über jeden einzelnen, der her findet und zu bleiben beschließt.

Schön, dass ihr da seid <3

Oh La La, willst du eine Pizza?

Pizzen

Ein halbes Jahr lang hatte ich Zeit, darüber nachzudenken, was man in einem funktionstüchtigen Backofen so alles backen könnte. Neben Brot und Schokoladen-Kirsch-Kuchen kam mir besonders eines immer wieder in den Sinn: Pizza.
Zuerst waren da die Abende, an denen zum Kochen die Lust fehlte und ich mir eine ordentliche Tiefkühlpizza herbei sehnte.
Meiner Phantasie waren keine Grenzen gesetzt. Bald kam ich auf den Gedanken, dass so eine Pizza ja vielleicht noch viel besser schmeckt, wenn man sie selber macht. Also, so richtig, nicht diese fürchterlichen Teigrohlinge zum selbst belegen, pfuibah.

Der neue Ofen kam und es brannte mir auf der Seele. Pizza!
Mein Ansatz? Schlicht. Denn sind wir mal ehrlich – Spaghetti-Pizza mit Sauce Hollandaise und ähnliche Schweinereien sind ja ganz lustig, aber beim Essen ist es wie mit allem anderen auch: Das Gute kann so einfach sein.

Gestern morgen habe ich mir flugs einen Teig geknetet:

2 TL Trockenhefe in 250 ml lauwarmen Wasser auflösen und mit 450 gr Mehl, 1 TL Salz und einem Schuss Olivenöl zu einem glatten Teig verkneten.
Mit den Händen bitteschön. Dauert so etwa zehn Minuten.
Das kann man dann entweder direkt auf vier Portionen aufteilen, zu Kugeln formen und auf einem bemehlten Holzbrett unter einem feuchten (sauberen!) Küchentuch gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Oder man packt den Teig, wie ich, in den Kühlschrank und verarbeitet ihn erst später.

Tomatenstrauch

Während der Teig so vor sich hin ging, ging ich in den Garten und plünderte unseren Tomatenstrauch. Mein Plan: Pizza Margherita!

Tomaten

Die Tomätchen habe ich halbiert und etwas ausgedrückt, damit meine Pizza nachher nicht wegschwimmt.

Knoblauchöl

Dann habe ich noch fix drei Knoblauchzehen gerieben und in ordentlich Olivenöl getränkt. Tomatensoße auf der Pizza? Das kann ja jeder!

Pizza Margherita

Als sie genug gegangen waren habe ich die Teigbollen auf Backpapier ganz dünn ausgerollt. Die Backbleche heizten derweil im Backofen ordentlich vor. Was die Temperatur angeht, da müsst ihr schon selber gucken. Unser neuer wird irgendwie irre heiß und ich habe die Pizzen nachher bei 180°C im Pizzaprogramm gebacken.

Die Pizza Margherita habe ich dann mit etwas Knoblauchöl eingerieben und meine Tomaten aus dem Garten darauf gelegt. Ein wenig Salzen, ein paar Blättchen Basilikum zerrupft und zum Abschluss noch mit Parmesan berieselt.

Knoblauchpizza

Weil die Tomaten nicht reichten habe ich dann noch eine Knoblauchpizza gebacken, mit ordentlich Knoblauchöl und ein paar Salbeiblättern. Salzen und Parmesan drauf – ab in den Ofen!

Knoblauchpizza

Nach einer knappen viertel Stunde durften die Schätzchen dann auch schon wieder raus. Dieser Duft! Himmlisch.

Pizza Margherita

Und weil ich gestern ganz alleine zuhause war, habe ich höchstpersönlich alle vier Pizzen verdrückt. Japp. Das habt ihr richtig gelesen. Ich habe an einem Tag VIER Pizzen gegessen. Und wäre ich nicht zu faul gewesen, gestern Abend noch eine Portion Teig zu machen, es wären noch mehr geworden.

Oh La La, Pizza wunderbar!