Wünsche.

Wuensche

In zwei Wochen wählt Bochum einen neuen Bürgermeister und ich werde wieder ein Jahr älter. Ich wünsche mir zwar nicht, Bürgermeister zu werden (wenn, dann König von Deutschland), aber ich wünsche mir

+ eine Geburtstagskarte, die Musik macht

+ eine Badewanne voll Smuggler’s Soul

+ jede Menge Zeug von IKEA, der Einfachheit halber in Gutscheinform

+ den IKEA Strandmon Sessel in blau, den es nicht mehr zu kaufen gibt (natürlich gibt es den jetzt, da ich Platz dafür habe, nicht mehr in blau zu kaufen)

+ neue Laufschuhe

+ diesen Ring und diese Kette von Souvenir Jewelry (eigentlich wünsche ich mir alles von Souvenir Jewelry, aber das zu sagen wirkt so gierig)

+ Origins Clear Improvement Maske

+ ein Fläschchen Huile Prodigieuse von NUXE

+ eine Shoppingtour bei Levi’s, auf der ich mir dann diese Jacke, ein oder zwei Pullover, ein T-Shirt, eine Weste und natürlich auch eine Hose zulegen könnte

+ die restlichen Shetland Krimis von Ann Cleeves auf mein Kindle

+ Kiehl’s Midnight Recovery Concentrate, das Creamy Eye Treatment und das Blue Herbal Spot Treatment

+ einen Hut

+ zwei, drei, vier Hüte

+ Eissplittertorte

Aber vor allem wünsche ich mir einen richtig schönen Herbst mit viel Kürbissuppe, goldener Herbstsonne und verregneten Sonntagen. Wir haben jetzt Netflix.

The sun is out, the day is new.

Sommer2015

„And everyone is waiting, waiting on you.“ – Regina Spektor, You’ve got Time

Was im Moment gut ist:

+ Orange is the New Black
+ Suppe mit Ei
+ Newtons Blick, wenn er den Lachs auf meinem Teller wittert
+ Gottes Werk und Teufels Beitrag, das Buch und der Film
+ der Fußboden im neuen Büro
+ alte Volvo Kombis
+ Rahmjoghurt
+ Reality-TV der kernigen Art: Ax Men, Alaskan Bush People, Mountain Men, Yukon Gold…
+ Pulled Pork
+ Yoga
+ sonnenwarmes Hundefell
+ graue Riesenstrickjacken
+ Urlaubsvorfreude
+ Schokocookies
+ Ausschlafen

Ich bin gespannt, ob das Wochenende so heiß wird wie versprochen und wie lange es wohl dauert, bis aus „zu kalt“ wieder „zu warm“ wird.
Gute Nacht, ihr Prinzen von Maine, ihr Könige von Neuengland!

WWET // KuHoKuPu I

WWET – Was würde Ellen tragen?

Kuhokupo-Party6

Es ist Juli. Aber eigentlich ist Herbst. Regen, Sturm, alles grau draussen. Und verdammt kühl noch dazu.
Ich kann zwar noch davon absehen, die Heizung anzumachen (ok, bei uns ist eh der Mann der Frierpinn, dem es nicht muckelig genug sein kann), aber im Bikini vor die Tür gehen will ich momentan auch eher nicht.

Was für ein Glück, dass das genau das richtige Wetter für meinen liebsten kleidungstechnischen Irrsin ist: Kurze Hosen mit Kuschelpulli. KuHoKuPu. Was ungefähr so bescheuert klingt, wie manch einer die Kombination vielleicht findet. Zumindest durfte ich mir schon öfter anhören, dass es doch klug wäre, lange Hosen anzuziehen, wenn mir so kalt ist, dass ich den Kuschelpullover raushole.
Irgendwie habe ich das von klein auf richtig verinnerlicht: Lange Hose und kurze Ärmel? Geht klar. Kurze Hose und lange Ärmel? Sowas tragen Menschen, die es nicht besser gelernt haben.

Tja. Und so kommt es, dass ich mich in KuHoKuPu nicht nur dem Sommerschmuddelwetter angemessen gekleidet, sondern auch ein bisschen verwegen fühle. Und ich freue mich über jede Gelegenheit, die sich mir für diesen Wagemut bietet. Auf Festivals zum Beispiel, da ist es bei Regen auch überaus praktisch, keine nassen Hosenbeine zu bekommen. Was genauso gilt, wenn ich bei dem Wetter mit dem Hund raus muss.

KuHoKuPo-Party1

Heute habe ich mich in kurze Hose und Kuschelpulli geschmissen, die Beach Boys aufgelegt und so getan, als wäre draussen nicht das trübste Wetter seit November. Hat ganz gut geklappt.

Kuhokupo-Party4

Newton war natürlich mit von der Partie. Oder eher: Party. Montag hin, Kackwetter her. Wir haben das Tanzbein geschmissen.

Kuhokupo-Party2

Wir haben geschwoft und gepogt und auch ein bisschen Klammerblues getanzt. Das hebt die Laune und macht ganz schön warm.
Hätte auch nicht gedacht, dass ich mich darüber Ende Juli so freuen würde.

Kuhokupo-party5

Wann habt ihr das letzte Mal die Musik voll aufgedreht und seid wild durch die Bude gehüpft? Dance like nobody ist watching, sag ich da nur. Sollten wir alle viel öfter tun.

Nach so einem Paar hochgeschnittener Jeans Shorts habe ich übrigens ne ganze Weile gesucht, Hosen kaufen ist mit meinen Beinen nämlich nicht so einfach (die sind nämlich was ganz besonderes, wisster Bescheid). So. Und nu, wo ich sie gefunden habe, muss ich einsehen wie unbequem „High Waisted“ doch sein kann, wenn man sich damit einfach auf’s Sofa kuscheln will. Weshalb ich mich nach unserer wilden Tanzsause umgezogen und es mir in einer anderen kurzen Hosen und einem anderen Kuschelpulli gemütlich gemacht habe. Und darum gibt es bald KuHoKuPu Teil II. Schadet ja nicht.

Kuhokupo-Party3

Und jetzt los: Musik an, rumzappeln!

Schenkel, Röllekes, Pickel und warum ich keine Klimmzüge kann.

why-so-serious

Why so serious?

Gestern. Gestern hat die Juli auf ihrem Blog heimatPOTTential gesagt, ich sei dick. Und ich habe mich gefreut wie ein Schneekönig.
Naja, vielleicht sollte ich das erklären, denn in ihrem Post „Wer etwas Doofes über anderer Leuts unperfekte Schenkel denkt, ist selber doof“ erzählt sie davon, wie sie sich eine Scheibe von mir abgeschnitten hat. Hm. Das macht es jetzt nicht weniger kurios.

Also: Die Juli wollte immer aussehen, wie Kate Moss. Tut sie aber nicht. Denn die Juli sieht halt aus wie Juli. Woran, außer ihr selbst, keiner etwas Schlechtes erkennen konnte. Jedenfalls hat sie das für eine lange Zeit um entspannte Sommer in kurzen Hosen und Bikinis gebracht. Sollte ja keiner sehen, dass sie nicht aussieht wie die Moss. Denn nur Moss-Maße sind die richtigen Maße. So dachte Juli. Und zwar so lange, bis dass sie mich traf.
Ich habe ja aufgegeben, wie jemand anderes aussehen zu wollen. Und beim Anblick meiner so gar nicht Moss-mäßigen Beine in kurzen Hosen und meiner Röllchen und Dellchen im Bikini (also, da waren wir auf einem Tretboot, im Hochsommer – ich bin ihr nicht einfach im Bikini ins Gesicht gesprungen), da sprang offenbar etwas von meiner „Mir doch egal! Wenn du ein Problem mit meinem Aussehen hast: Dein Problem!“-Attitüde auf sie über. Und darüber freue ich mich wie der dickste, größte, megamäßigste Schneekönig aller Zeiten. Weil sie jetzt kurze Hosen trägt und Bikinis und einfach eine gute Zeit hat. Weil sie sich wohl fühlt.

So. Juli schreibt das alles viel schöner. Deshalb solltet ihr das bei ihr nochmal nachlesen. Denn eigentlich geht es in dem Beitrag auch gar nicht um mich, sondern darum, dass man einfach mal locker durch die kurze Hose atmen soll. Die meisten unserer Makel, die sehen wir nämlich nur selbst. Den Rest der Menschheit interessieren die gar nicht.

Wer von heimatPOTTential dank Julis wunderschöner Worte her gefunden hat: Schön, dass ihr da seid! Hört auf den Bauch einzuziehen, macht es euch bequem und habt einfach eine schöne Zeit.

Und weil ich der Meinung bin, dass wir in einer Welt, die uns ständig den Zerrspiegel vorhält und uns irgendwelche Makel einreden will, nicht genug über ein echtes, ein ungezwungenes Körperbild reden können, habe ich hier noch ein paar Links rund um’s Thema für euch:

+ Dieses Bild bringt es wunderbar auf den Punkt: Sich selbst zu mögen gleicht heutzutage einem rebellischen Akt. Oh, und wie ich rebelliere! Lasst uns gemeinsam rebellieren. Revolutionieren!

+ Das Mutter-Tochter-Duo von StyleLikeU stöbert normalerweise in den Kleiderschränken interessanter Menschen. Mit ihrem What’s Underneath Project drehen sie ihr Konzept auf den Kopf und filmen spannende Menschen dabei, während diese sich bis zur Unterwäsche ausziehen. Um zu zeigen, dass Stil nicht nur die Klamotten sind, die wir tragen. Und dabei wird schnell klar: Stil hat auch nichts mit der Körperfülle zu tun. Viele der Interviewten hatten früher große Probleme mit ihrem Körper. Oder eher mit den Erwartungen, die die Gesellschaft an sie stellte. Und doch antworten die meisten auf die abschließende Frage „Is in your body a good place to be?“ mit „Ja„. Ganz besonders berührt hat mich unter anderem das Video mit Jacky O’Shaughnessy, die ganz klar sagt, dass sie sich ärgert, so viele Jahre ihres Lebens mit Unzufriedenheit und Selbstzweifeln verbracht zu haben.

+ Dieser Artikel beschäftigt sich mit der ungeschönten Schönheit von Schauspielerin Jemima Kirke (deren wundervolle Schwester Domino ist übrigens auch Teil des What’s Underneath Project). Und auch Lena Dunham sollte in Sachen Selbstbewusstsein mehr Mädchen und Frauen als Vorbild dienen. Lesenswert.

+ „No one cares if you can do a pull-up, but everyone notices if you lose five pounds.“ Dieser Beitrag erschien auf einer Fitness-Seite und vertritt wie zu erwarten die Grundannahme, dass jeder irgendwie trainieren sollte. Aber, und hier fängt mein bestätigendes Kopfnicken schon an, bitte aus den richtigen Gründen. Und dazu zählt nicht: Dünner werden. Dafür aber: Stärker werden. Schneller. Besser.
Während ich der Meinung bin, dass nicht jeder zum ehrgeizigen Sportler werden muss, kann ich den meisten Aussagen hier doch immer wieder aus vollem Herzen zustimmen. Wir müssen aufhören, zum Sport zu gehen um weniger zu werden.
So. Ich bestelle mir jetzt erstmal eine Klimmzugstange.

+ Helen Anderson ist Musikerin und Youtuberin. Ausserdem ist sie dicker, als die meisten anderen erfolgreichen Frauen und Mädchen in dem Bereich. Weshalb ihr Summer Look Book Video, in dem sie in Hot Pants, Crop Tops und auch im Badeanzug die Korken vor Lebensfreude knallen lässt, auffällt. Denn das widerspricht einfach unseren Sehgewohnheiten. Und deshalb verschreibe ich uns jetzt zur Umgewöhnung mehr Videos wie dieses zu schauen. Ist nämlich nicht weniger schön, als die Videos und Bilder von schlanken Frauen. (Helen hat vor einiger Zeit ein Video über ihre Diät gepostet. Das finde ich sehr viel weniger teilenswert. Aber das tut dem Look Book keinen Abbruch, finde ich.)

+ Schon vor über einem Jahr erschien auf martha macht ein Post zum Thema Body Shaming. Den sollten wir uns alle immer mal wieder durchlesen, denn diese unschöne Angewohnheit haben wohnt uns allen mehr oder weniger inne. Wenn wir in der Hinsicht mal ein bisschen sensibler werden, dann fällt es uns vielleicht bald auch leichter, uns unserer eigenen Körper nicht mehr so zu schämen.

+ „You look disgusting.“ Und das ist noch nicht das Schlimmste, was Em über sich lesen durfte, nachdem sie ein Bild von sich auf instagram postete, das sie ungeschminkt zeigt. Die unglaublichen Reaktionen auf dieses und andere Bilder hat sie in einem Video verarbeitet. Und es wird klar: Egal, was sie tut, irgendwer findet sich, der sie dafür beschimpft.
Als jemand, der schon in früher Jugend mit starker Akne zu kämpfen hatte (Die Pickelchen, die ich heute habe? Ein Scheiss dagegen.), kommen mir einige Sprüche nur zu bekannt vor. Und deshalb ist es mir ein echtes Anliegen, nicht nur Röllchen und Dellen salonfähig zu machen. Sondern eben auch Pickel. Akne. Ist schon schlimm genug, dass das echt unangenehm ist und weh tut. Dann soll man sich nicht auch noch Gedanken machen müssen, ob einen jetzt alle hässlich finden. Wenn mir wegen meiner Haut nicht alle das Gegenteil erzählt hätten, vielleicht hätte ich mich mit 13 dann auch ein bisschen schön gefunden. Oder zumindest ein bisschen weniger Mutantenmäßig.

+ Ok, dass Adriene am Ende ihres Posts für ihr kostenpflichtiges Yoga-Programm wirbt, das ist ein bisschen unglücklich. Aber lasst mich euch versichern, dass sie niemand ist, der auf Teufel kaum raus ihr Produkt an den Mann bringen will. Meist weist sie unter ihren Mails oder Posts auf ein zum Thema passendes Youtube-Video hin. Jedenfalls finde ich Bikini Bodies and Bad Moods sehr lesenswert. Denn, wie sie darin feststellt, der schnellste Weg einen Körper zu haben, über den man sich freut, ist einfach den Körper zu lieben, den man hat.

Vielleicht liegt es daran, dass momentan Bikini-Saison ist. Oder vielleicht ist das Frauenzeitschrift-Diät-Fass endlich übergelaufen. So oder so: Das Thema Körperwahrnehmung ist momentan präsent wie nie. Und das ist herrlich, finde ich. Denn je mehr Leute sich damit auseinander setzen, umso mehr erkennen hoffentlich, dass sie entgegen aller Dinge, die die Werbung einem weismachen will, absolut in Ordnung sind. Und dann werden hoffentlich aus Rebellen Revolutionäre, die den Weg zu einem neuen Körperbild ebnen.

Jetzt gehe ich aber erstmal ins Bett. Schönheitsschlaf, ne.

Die Sache mit der Traumfigur.

Traumfigur

Nach „Bikini Bridge“ (die entsteht, wenn deine Hüftknochen soweit herausstehen, dass dein Bikinischlüpper im Liegen deinen Bauch nicht berührt) und „Thigh Gap“ (dem möglichst großen Abstand zwischen deinen Oberschenkeln, und zwar nicht etwa im Spagat, sondern wenn man mit geschlossenen Beinen in der Gegend rum steht) gibt es jetzt ein neues, untrügliches Zeichen dafür, dass du die perfekte Figur hast: die „Bellybuttonchallenge“.
Das Ziel dabei: den eigenen Bauchnabel begrabbeln. Aber nicht, wie ich das oben demonstriere (und wie sich hoffentlich die meisten vom euch im Nabel rum pulen). Nein. Nur, wer sich hinterm Rücken her an den Bauchnabel packen kann ist dünn. Und damit schön und ein wertvolles Mitglied unserer Gesellschaft.

Ganz schön dämlich oder? Da sind wir uns schnell einig. Anders sieht es aber mit den vielen anderen Anforderungen aus, die wir an das Aussehen unseres Körpers stellen. Für die müssen wir uns dann zwar nicht die Schulter ausrenken. Aber ein Bein ausreissen. Oder uns anderweitig ändern. Drastisch. Oder auch nur ein kleines bisschen, nur ein paar Kilo, nur ein bisschen weniger hier, ein bisschen mehr dort.
Und wenn wir nicht zu dick sind, dann sind unsere Brüste zu klein. Unsere Zehen zu lang. Unsere Finger zu kurz. Unsere Haare zu platt. Ein Kinn zu viel. Ein paar Zentimeter Körperlänge zu wenig.

Aber wie soll man denn auch zufrieden sein mit sich selbst, wenn es für einen ganzen Wirtschaftszweig unerlässlich ist, dass wir uns unvollkommen fühlen und uns auf jedes Mittelchen stürzen, dass Abhilfe verspricht. Notfalls werden da auch einfach neue Makel erfunden. Cellulite zum Beispiel war nie ein Thema, nie ein Problem, bis dass auf einmal jemand Geld mit einem „Gegenmittel“ verdienen wollte. Plötzlich wird Deo beworben, das nicht nur gegen Schweiß hilft, sondern die Achseln schöner machen soll. Ich wusste ehrlich gesagt bis dahin nicht, dass meine Achseln einem Schönheitsideal entsprechen müssen.

Mittlerweile wird uns für jedes Körperteil ein Idealbild vorgehalten. Sogar vor unserem Intimbereich macht die Schönheitsindustrie nicht Halt. Dass untenrum alles glatt rasiert ist, das versteht sich doch heute von selbst. Und wenn wir schonmal alles bloß gelegt haben da unten, werden endlich die ganzen Unvollkommenheiten offenbar, die wir bisher vor lauter Haaren nicht gesehen haben. Mittlerweile werden nämlich längst nicht mehr nur die Lippen im Gesicht geliftet.

Auf unserem Weg zum Traumkörper geht es uns doch wie Sisyphos. Wir wälzen unseren Körper den Berg der Perfektion hoch und kommen doch nie oben an. Von allen Seiten prasselt es auf uns ein: Die ultimativen Diäten. Die besten Workouts. Die neuesten Operationsmethoden. Die geheimen Wundermittel der Stars und Sternchen.
Übrigens die gleichen Stars un Sternchen, über deren Körper an anderer Stelle tüchtig hergezogen wird. Denn niemand ist perfekt. Wir sind alle zu dick. Zu dünn. Zu alt.
Zu jung sind wir nicht unbedingt, aber wer jung ist, der ist wahrscheinlich auch zu dick und zu dünn und zu picklig und hat doofe Haare und sollte deshalb ganz dringend Diät und Sport machen und diese neue Creme kaufen, die alle Probleme löst. Also, zumindest bis dass man dann drei neue Probleme bemerkt.

Es gibt also keine Diät, kein Sportprogramm, keine magische Tinktur, die uns in Hinsicht auf unser Erscheinungsbild zufrieden stellen könnte. Wir jagen einem irren, erfundenen und damit unerreichbaren Trugbild hinterher, das uns immer wieder auf’s Neue zum Scheitern verdammt.

Und doch stelle ich mich hier jetzt hin und sage: Ich habe eine Traumfigur. Mein Körper ist wunderbar. Nichts daran bedarf zwingend einer Änderung.

Boah. Wie kann das bloß sein? Was fällt mir bloß ein? Ist mein Spiegel kaputt?!

Nein. Was kaputt ist, ist unser Anspruch, dass wir alle einem Idealbild entsprechen müssen. Was kaputt ist, ist die Erwartung, dass wir alle besser wären, wenn wir anders wären. Nicht mein Körper ist falsch, sondern die Erwartungen, die ich lange Zeit an ihn hatte.

Mein „Weg zur Traumfigur“ hatte nichts mit Kalorien oder Workouts zu tun. Trotzdem ist er harte Arbeit. Es ist schon schwer genug, sich zuhause alleine vor den Spiegel zu stellen und endlich mal die Augen auf zu machen, zu sehen, dass man gar kein fettes Monstrum, sondern eigentlich ganz schön in Ordnung ist. Und wenn man dann noch von allen Seiten zu hören bekommt, dass man eben überhaupt gar nicht in Ordnung sei, dann findet man sich doch ganz schnell vor dem neuesten Blogilates-Video wieder, nachdem man den Kühlschrank mit fettarmem Joghurt und Karotten aufgefüllt hat.

In einer Welt, in der die Straßen mit Bildern gephotoshopter Schönheiten gepflastert sind und wir einander auf instagram und Co unsere Highlights und Schokoladenseiten unter die unperfekten Nasen reiben, muss ich mich jeden Tag immer wieder daran erinnern, dass es nur meine eigenen Erwartungen sind, die ich erfüllen will. Und es gibt immer wieder Tage, an denen ich doch wieder auf diesen ganzen Quark von anderen höre und beim Anblick umwerfender Vorher-Nachher-Bilder überlege, mir den Kayla Itsines Bikini Body Guide zuzulegen.

Doch an den aller meisten Tagen bin ich mittlerweile glücklich mit mir selbst. Ich habe verstanden, dass ich für einen Traumkörper nicht meinen Körper ändern muss. Sondern den Traum. Und während die Diätindustrie den Waschbrettbauchtraum verkauft und den Faltenlos-und-glatt-Traum, den Prall-und-straff-Traum und den Schmollippentraum, träume ich von Lachfalten und Haaren, die im Sommerwind wehen.

Dass ich meinen Körper für gut befinde, wie er ist, hat übrigens nichts mit Faulheit zu tun. Es stimmt, ich quäle mich nicht mehr mit strengen Sportprogrammen und strikten Diätplänen. Ich zähle keine Kalorien mehr und habe aufgegeben, die Dellen an meinen Beinen mit ausgiebiger Zupfmassage zu bekämpfen. Dafür habe ich jetzt endlich wirklich Freude daran, mir etwas Gutes zu tun, ohne das Gefühl zu haben, mir irgendwas erst „verdienen“ zu müssen. Zu diesem „Gutes tun“ zählt Yoga genauso wie Faulenzen. Obst und Gemüse ebenso wie Schokolade. Wenn ich laufen gehe, um meine eigenen Bestzeit zu schlagen anstatt bloß Kalorien zu verbrennen, dann habe ich sogar Spaß daran.

So kommt es dann auch, dass ich doch noch abgenommen habe, seit ich nicht mehr dem unerreichbaren Ideal nachjagen will, sondern begonnen habe, den Status Quo zu feiern. Und weil Abnehmen in unserer Gesellschaft ja heutzutage ein großer Erfolg ist, wurde dieser Umstand immer wieder lobend erwähnt. Daran, dass ich dann erstmal doch ein bisschen stolz war, wird klar, dass man sich doch nicht so ohne weiteres vom Schönheitswahn frei machen kann. Und an schlechten Tagen, an denen es mir trotz besseren Wissens einfacher erscheint, meinen Körper zu ändern anstatt meiner Einstellung, da sind es oft besonders die Leute aus meinem Umfeld, die sich positiv zu meiner Figur geäußert habe, die ich mit meinem Aussehen zu enttäuschen fürchte. Ganz schön doof, oder?

Es ist also nicht unbedingt leichter, zur Traumfigur zu gelangen, indem man auf gesellschaftliche Ideale pfeift. Aber es ist auf jeden Fall gesünder, für Körper und Geist. Und später, wenn ich mal sehr alt und sehr faltig bin, kann ich mir nicht vorwerfen, meine Zeit noch länger mit Selbstzweifeln und sinnloser Mäkelei zugebracht zu haben. Ich brauche mich nie mehr fragen, ob ich so, wie ich bin, in Ordnung bin. Bin ich nämlich. Und ihr seid das auch.

You came in with the Breeze on Sunday Morning.

Kaffe-und-Musik

Sonntagmorgen. Sommeranfang. Mistwetter.

Notieren

Anstatt mit einem Buch in der Hängematte zu liegen, mache ich es mir mit einer unanständig großen Tasse Kaffee vor dem Plattenspieler gemütlich und lasse meinen Gedanken freien Lauf.

Ellen-Sonntag

Notizen. Gekritzel. Pläne. Ideen.

Frei

Draussen bleibt es April, drinnen vermehren sich die Tee- und Kaffeetassen. Aufgeräumt wird später. So macht man das doch, an einem Sonntagmorgen.

Die Ferse des Achilles.

Rose

Es war am letzten Sonntag. Ich war grade dabei, mir zu überlegen, was ich für unser Date am Abend anziehen will, da bekomme ich eine Nachricht von meinem Mann:

„Die gute Nachricht, Knie hat gehalten, die schlechte: Achillessehne ist gerissen.“

Tja. So kann’s gehen. Als ich den Superschurken, nun mit schicker Orthese am linken Fuß, aus der Notaufnahme abhole erfahre ich, dass das nicht etwa während des Football-Trainings passiert, sondern hinterher. Beim Aufräumen. Wusste ich’s doch: Ordnung ist gefährlich.
Die Pläne für’s Abendessen waren jedenfalls ebenso hin wie seine Sehne. Und weil mein Mann ein großer, kräftiger Bär ist, dem es doch etwas an Gelenkigkeit und Grazie fehlt, ist er auf nur einem Bein nicht sonderlich gut unterwegs. Trotz Krücken.

Derart lahm gelegt blieb uns in der vergangenen Woche dann nicht viel anderes übrig und wir haben alles ein bisschen langsamer angehen lassen. Und weil ich keine Ruhe habe, wenn er morgens mit seinen Krücken auf der Treppe rumturnt, stehe ich momentan etwa drei Stunden früher auf, als es meinem normalen Rhythmus entspricht (ausserdem kann er ja seine Kaffeetasse nicht selber aus der Küche tragen, denn wer auf Krücken unterwegs ist hat keine Hand für Kaffee frei). Ich bin also furchtbar müde. So furchtbar müde. Und deshalb habe ich diese Woche bisher weder gebloggt, noch etwas besonderes gezeichnet. Abgesehen vom Freitag, an dem wir unser neues Auto abholen konnten (das alte ist so kaputt, dass wir tatsächlich das Geld dafür wieder bekommen, fragt nicht…), haben wir auch nichts besonderes unternommen.

Dafür haben wir das gute Wetter und das lange Wochenende ausgiebig genutzt, um im Garten zu liegen, zu lesen, ein wenig zu arbeiten und natürlich zu grillen. Letzteres ist momentan natürlich meine Aufgabe und während das Ergebnis sich durchaus sehen lassen konnte, ein Fan von unserem Weber-Grill werde ich nicht mehr. Mein Mann ist begeistert von dem Teil, aber für mich darf es durchaus deutlich schlichter sein. Ich brauche keinen Deckel und keinen Anzündkamin und so ein Gerümpel. Was ich aber braucht, das ist mein selbst mariniertes Zitronenhuhn. So schmeckt der Sommer. Vielleicht komme ich bald dazu, euch das Rezept zu verraten.

Bevor ich mich jetzt gleich mit meinem vorübergehend lahmgelegten Superschurken auf’s Sofa kuschel, kommen hier noch meine momentanen Lieblinge, denn auch als unfreiwillige (aber dennoch hingebungsvolle) Krankenpflegerin freue ich mich über so einiges momentan:

+ Das oben erwähnte Zitronenhuhn. Unschlagbar lecker.
+ I’ll show you mine – Shirt von Sugarhigh + Lovestoned
+ Die Aussicht auf eine Hängematte. Morgen, so der Hängemattengott will, lege ich mir endlich eine zu.
+ Game of Thrones. Nachdem wir die Song of Ice and Fire Bücher verschlungen haben, taten wir uns mit der Serie zunächst schwer. Aber jetzt sind wir doch angefixt.
+ Dreckige Füße. Wenn ich abends meine Füße waschen muss bevor ich ins Bett gehe, weil ich den ganze Tag barfuß durch den Garten geturnt bin, dann ist Sommer. Und wirklich erst dann.
+ Kurze Hosen. Oder, weil Sonntag ist, eben auch mal keine Hosen.
+ Meine Rosen. Die blühen momentan nicht nur wunderschön, die duften auch herrlich. Und während ich immer wieder meine Nase in die dicken Rosenblüten stecke, schiele ich ungeduldig in Richtung meines Sommerflieders, der noch ein bisschen auf sich warten lässt.
+ Suburban Gangs!

So, wir gucken uns jetzt noch ein, zwei Folgen Game of Thrones an, bevor wir ins Bett gehen/ humpeln.
Habt eine fantastische Woche!

Was ist los?

Lieblinge-Packpapier

Na, alles, was nicht angebunden ist!

Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Runde malerischer Lieblinge. Ich habe beschlossen, dass ich die Übung ganz gut brauchen kann und habe mich deshalb wieder hingesetzt, und meine Favoriten mit dem Zeichenstift festgehalten. Als da wären:

+ Na, der Zeichenstift, ist doch klar. Auch wenn ich die meiste Zeit nur vor mich hin kritzle, anstatt ernsthaft zu üben. Wobei. Auch kritzeln ist zeichnen, oder? So oder so. Momentan habe ich immer einen Stift in greifbarer Nähe liegen. (Gut. Hatte ich vorher auch, weil ich mir andauernd irgendwas notieren muss. Aber jetzt wird halt mehr gesketchnoted, um es mal auf Neudeutsch zu sagen.)

+ Schlaghosen. Ich habe sie in meiner Jugend getragen, ich war aufrichtig geknickt, als es sie nicht mehr überall zu kaufen gab und ich musste nicht lange überlegen, als ich letztens welche im Laden sah. Anprobiert, mich wieder ein bisschen gefühlt wie damals mit 15, gekauft. Nur, dass ich diesmal eine gekauft habe, die mir nicht viel zu lang ist. Ok. Als ich zuhause war habe ich mir dann noch eine bestellt, für die meine Beine ordentlich zu kurz sind und deren Saum hoffentlich innerhalb kürzester Zeit so richtig schön kaputt ist. So wie früher.

+ Efeututen. Die stehen zunächst einmal wegen ihres Namens auf dieser Liste. Dann heissen diese Pflanzen aber nicht nur lustig, die wachsen unter meiner Obhut auch noch wie bekloppt. Und das ist einfach unschlagbar.

+ Weiße T-Shirts. Zu schwarzen Skinnies, zu Boyfriendjeans, zu, logisch, Schlaghosen. Momentan sind sie nicht aus meinem Schrank weg zu denken. Und dank Gallseife kann sogar so ein Ferkel wie ich weiße Shirts tragen, ohne regelmäßig neue kaufen zu müssen.

+ Körbe. In allen Variationen helfen sie mir, Ordnung ins alltägliche Chaos zu bringen und sehen dabei noch schön aus. Win-Win.

+ Kakaobohnensplitter. Oder auch Cocoa Nibs. Damit mache ich mir mein eigenes Schoko-Knusper-Müsli. Ganz ohne Zucker und diesen ganzen anderen unnötigen Schnickschnack. Klar, im ersten Moment schmeckt das nicht annähernd wie das süße Müsli aus der Tüte. Aber mittlerweile mag ich diese ganzen fertig Sachen nicht mehr und bevorzuge die „Öko“-Variante. Hätte ich früher auch nicht gedacht.

+ Mein Swiffer. Auch das hätte ich früher nicht gedacht, aber ich freue mich tatsächlich über Putzzeug. Wenn ich nämlich nicht regelmäßig hier den Wischmop schwinge, dann gewinnen die Hundehaare die Überhand. Und wo Hundehaare sind ist anderer Dreck nicht weit. Dann kommen wir hier ganz schnell an die Stelle, an der man bei jedem Schritt das Gefühl hat, auf Popcorn zu laufen. So wie in Indiana Jones – Tempel des Todes, wenn Indy, Willie und Shorty den Geheimgang zum Tempel entdecken und… Ihr kennt die Szene alle. Oder? Also, wer nicht weiß, wovon ich rede, weiß jetzt aber, was er zu tun hat. Zurück zum Swiffer. Wer nicht unnötig viel Geld für Wegwerf-Tücher ausgeben will, der nimmt einfach Microfasertücher. Die kann man immer wieder verwenden. Und zwischendurch ganz einfach in die Waschmaschine schmeissen. Das freut auch die Umwelt.

+ Bois de Mer. Diese Duftkerze von ZARA ist einfach herrlich und ich bin schwer versucht, mir einen ordentlich Vorrat davon anzulegen. Wer weiß, wie lange diese Special Edition noch erhältlich ist.

So. Ich gehe mir jetzt noch ein paar schlechte Wortwitze einfallen lassen, während ihr Indiana Jones guckt. Oder über Schlaghosen streitet, denn ja, ich sehe ein, dass diese Teile modisch streitbar sind. So oder so. Habt ein schönes Wochenende!

Pfingstsonntag. Oder: Da ist gar kein Bett im Kornfeld.

Kornfeld-Quatsch4

Pfingstsonntag haben Nina und ich uns auf ein kleines Abenteuer begeben. Erst haben wir uns bei einem Picknick ordentlich die Bäuche vollgehauen, und uns dann in die Botanik geschmissen.

Kornfeld-Quatsch6

Zwischen Raps und Weizen haben wir uns Zeit und die Kamera in die Hand genommen und einfach mal gemacht. Ganz in Ruhe haben wir rumprobiert. Kennt ihr das auch, das herrliche Gefühl, wenn ihr eine Sache, ein Konzept, eine Idee einfach ausprobieren könnt? Damit herumspielt, ohne an das Ergebnis zu denken?

Kornfeld-Quatsch

So kam es, dass ich meinem inneren Hampelmann am Sonntag freie Bahn gelassen habe und wild durch’s Kornfeld gehüpft bin. Ach was, ich bin sogar geschwommen!

Kornfel-Quatsch2

Habe ein paar Bahnen durch das grüne Meer vor meiner Haustür gezogen. Denn dafür sind Sonntage doch schließlich da, oder? Einfach mal treiben lassen.

Kornfeld-Quatsch5

Vielleicht lag es daran, dass wir ohne große Erwartungen einfach mal wieder rumgespielt haben. Vielleicht war es die frische Luft, oder das viele Grün (denn wie meine Mama immer sagt: Grün hebt!). Jedenfalls bin ich Pfingstsonntag mit vielen neuen Ideen im Gepäck nach hause gekommen.

Kornfeld-Quatsch3

Mit vielen neuen Ideen, schönen Fotos und ein paar Käfern im Haar.